Union gegen Leipzig

Jungs, das ist eisern, das ist echt geil

Unions Mannschaft und Fans zeigen Leipzig, wie man wahren Fußball lebt ...

Steven Jahn
Lesezeit 3 Min
Sören Brandy fliegt heran, köpft an Fabio Coltorti vorbei zum 1:0 ein.

Sören Brandy fliegt heran, köpft an Fabio Coltorti vorbei zum 1:0 ein.

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Steven Skrzybski (l.) kämpft wie ein Löwe gegen Nils Quaschner.

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Fürstner vor dem Anpfiff auf der Bank.

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Was heißt kassieren? In einer heißen Partie erzielen die Köpenicker beide Treffer selbst. Trotzdem war das Duell mit den Sachsen ein großer Fußball-Abend.

Doch zu erst stand nicht das Spiel im Vordergrund. Sondern die Jungs, die vor jedem Heimspiel immer ein Banner in den Mittelkreis legen. Das wollten die Gäste aus Leipzig verhindern, machten kein Platz. Gab ein Pfeifkonzert der Union-Fans.

Am Ende setzten sich die Banner-Jungs durch. Das wurde von den eisernen Fans gefeiert wie ein Tor.

Das fiel dann auch später. Aber der Fokus blieb erst mal auf den Anhängern. Sie protestierten gegen den Kommerz und für die Fankultur. Nicht mit Gesängen. Sie blieben still. Es war ruhig.

Sie alle, die rund 20.000, die dem Aufruf der Szene Köpenick gefolgt waren und in Rot erschienen, schwiegen. Dazu prangte hinter dem Zuckertor ein Banner: „Das höchste Gut der Fans ist die Mitbestimmung.“ Es war gespenstisch leise. 15 Minuten lang. Bis die Fans explodierten.

Die letzten Sekunden zählten sie gemeinsam runter. „Zehn, neun, acht, ..., eins, null!“ Ein Donnerhall – und die Alte Försterei bebte. Unions Sören Brandy: „Das war überragend, wie laut das plötzlich war. Unfassbar. Richtig geil wie das dann losging.“

Die Fans pushten ihre Fußballgötter nach vorn. Und die rannten um ihr Leben. Nach sieben Minuten versuchten sie sich sogar selbst als Protest-Crasher. Da wurde es laut, weil Kreilach auf Wood passte und der US-Boy vor RB-Keeper Coltorti auftauchte. Doch Wood spitzelte den Ball am Tor vorbei. Verdammt!

In der 25. Minute war es dann so weit. Brandy schädelte eine Kopfballvorlage von Parensen ein. 1:0! Die Försterei stand kopf. Und die Millionentruppe aus Sachsen? Die machte dann mehr Druck, traf auch. Zählte aber nicht – abseits (31.)! Brauchen wir nicht weiter drüber reden.

Lieber über die Brandys, die Kreilachs, die Skrzybskis und wie sie alle heißen. Sie alle zerrissen sich und erarbeiteten sich Chancen. Wie die von Wood (46.) oder Kreilach (59., 64.). Und hinten hielt Haas gegen Forsberg (54.) und Kalmar (71.) überragend. Das musste doch reichen ...

Reichte aber nicht. Das letzte Quäntchen fehlte wieder. Dieses Mal besonders bitter: Parensen grätschte eine Kalmar-Flanke ins eigene Tor (83.). Der Unglücksrabe: „Ich wusste nicht, ob ich da hin muss oder ob noch jemand hinter mir stand. Ich wollte ihn mit aller Macht verteidigen.“

So wie sie es in den 82 Minuten davor alle zusammen taten. Trainer Norbert Düwel: „Wir haben nur einen Fehler gemacht. Der vor dem Tor. Deshalb ist es tragisch. Aber wir haben keinen Grund, bedröppelt zu sein. Spielerisch und vom kämpferisch waren wir gut dabei.“ Aber leider weiter ohne Dreier.

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