Was für eine dicke fette Überraschung hatte Trainer Norbert Düwel da in der Aufstellung parat. Der gestandene Stephan Fürstner, der aus Fürth als Leistungsträger geholt wurde, musste dem Mann aus der eigenen Jugend Platz machen.
„Eroll hatte unter der Woche den besseren Eindruck gemacht und auch im Trainingsspiel total überzeugt“, begründet Düwel die Entscheidung zugunsten des 20-Jährigen.
Und der hat seinen Einsatz voll gerechtfertigt. Als alleiniger Sechser war er vor der Abwehr für den Spielaufbau verantwortlich. Damir Kreilach, der sonst die zweite Hälfte der Doppelsechs spielt, war in der Mittelfeld-Viererkette offensiver eingesetzt. Ziemlich viel Verantwortung für den Jung'schen.
Der zeigte sich ziemlich unbeeindruckt von den vielen „Ohs“ und „Ahs“, die von der Tribüne ob seiner Aufstellung hallten. „Ich bin sehr zufrieden mit seinem Auftreten“, lobt Düwel den Zehlendorfer, der sich derzeit nach einer Wohnung im direkten Union-Umfeld umschaut. „Er ist verdammt schlau, verliert auch unter Druck nicht den Kopf. Er hat eine unwahrscheinliche Laufleistung, was er auch heute wieder gezeigt hat“, schwärmt der Trainer.
Und wie ging Fürstner mit der bitteren persönlichen Niederlage um? Zejnullahu: „Er ist vorm Spiel zu mir gekommen, hat mir Tipps gegeben, mich motiviert und mir bestätigt, dass ich eine sehr gute Trainingswoche hatte. Er meinte, dass er sich für mich freut. Netter Typ, der Fürstner, dass er mir das so sagt.“
Eroll erfuhr übrigens erst unmittelbar vorm Spiel von seinem Einsatz in der Startelf. Viel Zeit, um aufgeregt zu werden, blieb da nicht. Kein Wunder also, dass der „Kleene“ seine Sache richtig cool meisterte. Und wegen der kleinen Unsicherheiten im Abwehrverhalten, als Union sich zu zehnt gegen das Gegentor stemmte, kann er nun bis zum Leipzig-Spiel am Freitag im Training ranklotzen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com