Teil 13: Sinsheim, TSG 1899 Hoffenheim
Nach 125 Kilometern und anderthalb Stunden Autofahrt biegen wir von der A6 ab. Wir schlängeln uns durch das Industriegebiet Sinsheim und erreichen dann die Hoffenheimer Arena. Uns ist ein Malheur passiert, dass ein Treffen mit Hoffenheims Benjamin Hübner (30), Bruder von Unions Florian (28), verhinderte. Eigentlich war schon alles mit dem TSG-Pressestab telefonisch ausgemacht, wir sollten Hübner auf dem Trainingsgelände in Zuzenhausen treffen. Die finale E-Mail mit der Interviewanfrage schickten wir aber versehentlich an die falsche Mailadresse. Statt der Endung @achtzehn99.de sendeten wir unsere Nachricht an @1899.de – und erfuhren erst kurzfristig, dass unser Gespräch deshalb nicht stattfinden kann. Mist! Naja, daran sind wir selbst schuld. Benjamin Hübner hat unsere Fragen trotzdem noch nachträglich beantwortet – und zwar per Mail aus dem TSG-Trainingslager in Österreich.
Florian Hübner (28) kam 2018 aus Hannover nach Köpenick. Zuvor spielte er in Sandhausen, Dortmund und Wiesbaden
© Matthias Koch
UNVEU: Wie und wo haben Sie den Aufstieg von Union Berlin verfolgt?
Benjamin Hübner: Ich habe tatsächlich auf der Haupttribüne im Stadion an der Alten Försterei mitgefiebert.
Sie treffen mit Hoffenheim nun auf Union und damit auf Ihren jüngeren Bruder Florian. Haben Sie schon mal gegeneinander gespielt und wenn ja, wie sind die Erinnerungen daran?
Mehrmals sogar. Gefühlt war ich mit meinem Team immer besser, aber die Ergebnisse dürften recht ausgeglichen sein.
Sie kommen aus einer völlig fußballverrückten Familie. Papa Bruno ist Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt, Ihr älterer Bruder Christopher spielte einst in der 3. Liga bei Darmstadt 98. Wie war es, mit drei Brüdern in einer Fußballverrückten Familie aufgewachsen zu sein?
Bei uns hat sich so ziemlich alles um den Fußball gedreht. Wenn es zu dunkel wurde und wir nicht mehr draußen kicken konnten, ging‘s daheim an der Konsole weiter. Wir haben oft auf dem Nintendo 64 gespielt.
Das ist die TSG 1899 Hoffenheim
Gründungsjahr: 1. Juli 1899
Mitgliederzahl: 10.425 (1. Juli 2018)
Rekordspieler (Einsätze/Tore): Sejad Salihovic (Einsätze: 249/Tore: 67)
Stadion + Kapazität: Prezero-Arena (30.150)
Haben Sie sich ein Zimmer geteilt?
Ganz früher haben wir in einem Zimmer gewohnt, ja, aber mit zunehmendem Alter haben wir dann mehr Platz benötigt (lacht).
Was war Ihr Lieblingsklub als Kind? Der Papa spielte ja lange für Kaiserslautern.
Ich konnte mich nie richtig entscheiden. Die Eintracht war natürlich auch ziemlich präsent in unserer Region (Hübner wuchs in Wiesbaden auf; Anm. d. Red.), aber richtig Fan von einer Mannschaft war ich nie.
Ist es ein Traum von Ihnen, irgendwann mal mit dem Bruder zusammenzuspielen? Sie spielen beide in der Innenverteidigung, Sie sind Linksfuß, Florian Rechtsfuß. Würde ja ganz gut passen.
Das wäre ein absoluter Traum, aber höherklassig ist das leider schwer realisierbar. Vielleicht klappt es später irgendwann noch mal bei einem kleineren Verein in der Heimat.
Worin liegen die Unterschiede zwischen Ihnen beiden?
Ich würde eher die Ähnlichkeiten hervorheben: Mentalität, Einstellung und Siegeswillen sind sicher unsere Stärken – da gibt’s kaum Unterschiede. Und wir beide sind schlechte Verlierer.
Halt in Sinsheim: Kameramann Tobias Reetz (l.) und Patrick Berger campen für einen kurzen Moment vor der Hoffenheimer Arena.
© zvg
Stimmt es, dass Sie beide noch vom älteren Bruder Christopher beraten werden?
Wir haben grundsätzlich in der gesamten Familie eine enge Bindung und tauschen uns ständig über viele Dinge aus. Mit Christopher bezieht sich das zusätzlich auf beruflicher Ebene.
Laufen eigentlich schon Wetten zwischen Ihnen und Flo für die beiden Bundesliga-Spiele?
Nein, noch nicht. Wir wünschen uns gegenseitig maximalen Erfolg – außer natürlich, wenn wir gegeneinander spielen.
Da es vor Ort ja nicht zum Interview gekommen war, setzen wir unseren Wagen vor der Sinsheimer Arena ab, machen die Markise runter und genießen die Abendsonne. Im Anschluss fahren wir weiter nach Freiburg. 192 Kilometer sind es bis zum Campingplatz Kaiserstuhl. Ankunftszeit: 22.51 Uhr. Am nächsten Morgen haben wir einen Termin auf dem Weingut von SC Freiburg-Präsident Fritz Keller.
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