In unserer Serie stellen wir jeden Tag einen Verein vor. Heute:
Teil 1: Berlin, Hertha BSC
Wir starten unsere Wohnmobil-Rundreise durch die Bundesliga im Westen der Stadt bei Hertha BSC, dem Stadtrivalen der Eisernen. Einfacher Grund: Der Wohnwagenverleih ist nur einen Steinwurf vom Olympiastadion, der Heimat von Hertha, entfernt.
Das Olympiastadion. Startpunkt für Reporter Patrick Berger mit der eisernen Rundreise im Wohnmobil.
© Tobias Reetz
Wir holen das 6,50 Meter lange, 2,30 Meter breite und 2,80 Meter hohe Wohnmobil ab, das für die nächsten acht Tage unser Wohn- und Interviewraum auf Rädern sein wird. Nach einer einstündigen Einweisung geht’s los. 30 Grad, strahlendblauer Himmel über dem Olympiastadion. Knips! Noch schnell ein erstes Foto mit unserem Boliden vor der Betonschüssel.
„Eine Currywurst mit Pommes, bitte!" Reporter Patrick Berger bestellt bei Claudia Rose
© Tobias Reetz
Um 12.15 Uhr stärken wir uns dann mit Currywurst und Pommes am „Imbiss Olympische Brücke“. „Nee, jetze nüscht, Jungs. Is viel los“, sagt Claudia Rose, als sie uns schon von Weitem mit Kamera und Notizblock sieht.
Imbiss-Inhaberin Claudia Rose (r.) mit Kollegin Ewelin
© Tobias Reetz
Sie und Kollegin Ewelin, die Ewe genannt wird, haben alle Hände voll zu tun. West-Berliner, Stammgäste, Bauarbeiter, Handwerker, die ihren Wagen kurz abstellen und sich für die weitere Arbeit stärken wollen. Während wir unsere Wurst aufgabeln, blättern am Stehtisch nebenan zwei Hertha-Fans, Mitte 40, durch die Boulevardzeitungen. Valentino Lazaro schließt sich Inter Mailand an, Marko Grujic bleibt für ein weiteres Jahr bei Hertha – das sind die Schlagzeilen des Tages. „Mal sehen, wie sich der Lazaro da so schlägt“, sagt der eine und schaufelt Kartoffelsalat in sich hinein. „Wieso behalten wir nicht mal solche Spieler? Das wäre doch ein Zeichen!“, erwidert der andere.
„Union? Ditt wird spaßig"
Nach einer Viertelstunde legt sich der Andrang. Claudia kommt etwas zur Ruhe. „So, Jungs, was habt ihr vor?“ Wir erzählen ihr von unserem Roadtrip. „Union? Ditt wird spaßig“, sagt sie. Seit 1987 hat Rose den beliebten Imbiss hier in Westend. „Wir freuen uns, wenn die Saison wieder losgeht.“ In der Sommerpause sei es etwas ruhiger, so können sie und ihre Belegschaft aber Kraft tanken für die neue Saison.
Rose (r.) bei der Arbeit. Heute noch kommt Ex-Profi Zecke Neuendorf, heute U23-Trainer vpn Hertha BSC, hierher, früher schauten auch Michael Preetz, Pal Dardai oder Falko Götz vorbei.
© Tobias Reetz
Andreas „Zecke“ Neuendorf, mittlerweile Trainer der U23 von Hertha, kommt seit Jahren hierher, früher schauten der damalige Trainer Falko Götz oder der frühere Spieler Michael Preetz vorbei. Auch ein Foto von Pal Dardai hängt an ihrem Kiosk an der Wand, die mit mehreren Zeitungsartikeln bespickt ist.
Wo alle friedlich zusammensitzen
Auf die Derbys zwischen Hertha und Union ist Claudia gespannt. Sie freut sich. „Nur“, sagt sie und hebt den Zeigefinger, „alles muss friedlich sein. Wir mögen Fans, die den Fußball lieben. Hier sitzen alle zusammen, trinken vor den Spielen gemütlich ihr Bier, essen ein Würstchen und gehen dann ins Stadion.“
Das ist Hertha BSC
Gründungsjahr: 25. Juli 1892
Mitgliederzahl: 36.050 (1. Februar 2019)
Rekordspieler (Einsätze/Tore): Pal Dardai (Einsätze: 373), Michael Preetz (Tore: 108)
Stadion + Kapazität: Olympiastadion (76.649)
Um 13 Uhr brechen wir auf. Unsere Reise durch Fußball-Deutschland startet. Claudia wünscht uns „acht schöne Tage während der Rundreise - und dass ihr mindestens so viele nette Leute kennen lernt wie hier!“ Mal sehen …
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

