Unhaltbare Zustände

Umstrittener Betreiber von Flüchtlingsunterkunft gekündigt

Massive Vorwürfe: kaum qualifiziertes Personal, Leiterin kandidierte früher für DVU

Jo Studnik
Lesezeit 2 Min
Unhaltbare Zustände bemängelten Flüchtlingshelfer in diesem Asylheim in Hellersdorf. Jetzt zieht der Senat Konsequenzen.

Unhaltbare Zustände bemängelten Flüchtlingshelfer in diesem Asylheim in Hellersdorf. Jetzt zieht der Senat Konsequenzen.

© dpa

Leiterin kandidierte früher für rechtsradikale Partei DVU

Unter anderem soll für 500 Flüchtlinge nur einen einzigen Sozialbetreuer gegeben haben. Kinderbetreuung, so eine Zeugin gegenüber dem rbb, habe zwischen Januar und März überhaupt nicht stattgefunden. Mehrere Medien berichten, Heimleiterin Peggy M. sei früher aktives DVU-Mitglied gewesen und habe 2008/2009 für diese rechtsradikale Partei sogar kandidiert. Die DVU wurde vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft und fusionierte später mit der NPD.

Eine vom Betreiber beauftragte Anwaltskanzlei ließ die Vorwürfe pauschal dementieren und feststellen, Peggy M. habe sich zwischenzeitlich ausdrücklich von der DVU und der NPD distanziert. 

Das Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) ließ sich nicht davon beeindrucken: Sie führte nach Vorwürfen der Flüchtlingshelfer von "Hellersdorf hilft" wiederholte Begehungen vor Ort vor, und kam offenbart zu dem Ergebnis, dass die Vorwürfe, trotz einer Unterlassungserklärung der PeWoBe-Anwälte, zutreffend seien.

Keine Nachweise über Qualifizierung des PeWoBe-Personals

Die PeWoBe weigere sich zudem, Nachweise über die Qualifizierung seines Personals vorzulegen, so die Sozialverwaltung. Demnach prüft das LAF nun Unterlagen aller von der PeWoBe betriebenen Heime in Berlin und bewertet, ob Mängel behoben wurden. Erwogen werden Rückforderungen bis hin zur Kündigung. 

Schon bei der Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft 2013 hatten Neonazi- und Anwohner-Proteste Schlagzeilen gemacht. JSt/dpa 

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