Ein Konzernleiter wurde Patenonkel des Kindes mit dem ungewöhnlichen Vornamen. Bis zu ihrer Hochzeit bekam Pepsi-Carola jedes Jahr Weihnachts- und Geburtstags-Geschenke von dem Getränkehersteller, eine Fahrrad, eine Puppe und – folgerichtig – jedes Mal auch eine Kiste Cola.
Für das Mädchen war der Name normal, das Kind wunderte sich im Gegensatz zu anderen nie über ihn: „Ich fühle mich sehr wohl als Pepsi-Carola, das ist ja auch was Besonderes“, sagt die 55-Jährige. Kinder rufen sie manchmal Fanta oder Sprite, darüber lacht die Frau mit den fröhlichen Augen nur. Ihre Freunde nennen sie ganz einfach Pepsi.
„Meine Eltern haben mir nichts angetan“, meint die Hamburgerin. Natürlich werde sie manchmal auf Ämtern merkwürdig angesehen, aber: „So bleibe ich zumindest im Gedächtnis.“ Ob sich für den Konzern die Investition gelohnt hat, bleibt offen. Zumindest Pepsi-Carola steigert seinen Umsatz mit ihren Trinkgewohnheiten nicht – lieber als die braune Brause mag sie Tee. Cola kommt ihr nicht in den Kühlschrank.
Vornamen wie der von Frau Krohn sind in Deutschland immer häufiger anzutreffen. Beispiele: Emily-Extra oder Schneewittchen. Dennoch sei das kein neuer Trend, sagt Gabriele Rodriguez vom Namenskundlichen Zentrum der Uni Leipzig. Die Forscherin schreibt Gutachten darüber, ob ein gewünschter Name in Deutschland erlaubt ist oder nicht.
In der 1980ern beschäftigte sich beispielsweise die Justiz in Rheinland-Pfalz monatelang mit der Pumuckl-Frage. Denn Marion und Manfred Heßler wollten ihren Sohn unbedingt Philipp Pumuckl nennen. Schließlich entschied das Bundesverfassungsgericht: Ja, das ist erlaubt. Der inzwischen 31-Jährige freut sich darüber, als Teenie färbte er sich gar die Haare knallrot, um dem Kobold zu ähneln. Heute ist der skurrile Name auch Kapital des Gastronomen. Er sagt: „Gerne kommen auch Kunden extra wegen meines Namens in unser Restaurant, dadurch bin ich nicht nur in der Region sehr bekannt.“
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