„Es war schon immer mein Kindheitstraum, als Stewardess zu reisen. Es war mir klar, wenn ich ihn jetzt nicht verfolge, werde ich es nie mehr machen“, sagt Wolf. Die attraktive Brünette mit dem strahlenden Lachen studierte Zahnmedizin in Dresden und arbeitet seit Ende 2015 als fest angestellte Zahnmedizinerin. Vor zwei Jahren absolvierte sie dann noch eine zusätzliche dreimonatige Ausbildung als Flugbegleiterin.
Job am Boden: Alexandra behandelt in der Praxis Ku 64 einen Patienten.
© Volkmar Otto
Auch schon Lehrer und Juristen im Flugbegleiter-Team
Eine fliegende Zahnärztin – ist das nicht ungewöhnlich? „Viele denken das immer, wenn sie davon hören. Es gibt aber durchaus noch andere Mediziner, die bei uns an Bord als Steward oder Stewardess arbeiten“, sagt die junge Frau. Auch andere Akademiker wie Lehrer und Juristen habe sie schon in ihrem Team gehabt, das für jeden Flug neu zusammen gestellt werde.
Allerdings habe sie den Psychologen bei ihrem Lufthansa-Einstellungstest schon davon überzeugen müssen, warum ausgerechnet sie zwei Jobs machen möchte. „Als er gespürt hat, wie sehr ich das wirklich will und mein Herz schon sehr lange dafür schlägt, bekam ich die Chance“, erinnert sie sich.
Job in der Luft: Alexandra als Flugbegleiterin in der Lufthansa-Uniform.
© Lufthansa
Ursprünglich wollte Wolf für ihren Traum vom Fliegen nur ein Jahr aussetzen, dann entschied sie anders. Weil sie nach ihrem Sabbatical (Freistellung) so begeistert war, blieb sie weiterhin an Bord. „Es macht mir großen Spaß, um den Globus zu fliegen und Lufthansa bietet verschiedene Arbeitszeitmodelle an. Und als Zahnärztin ist es auch möglich, stundenreduziert zu arbeiten, so dass ich beides gut miteinander kombinieren kann“, sagt sie.
Einmal musste sie über den Wolken eingreifen
Die Berlinerin fliegt Kurz- und Langstrecke. In der Zahnmedizin hat sie sich auf Kinder spezialisiert. Kürzlich konnte sie sogar mal beide Jobs kombinieren, ihr zahnmedizinisches Wissen kam ihr auch auf einen ihrer Flüge zugute. „Wir hatten einen kleinen Fluggast an Bord, dem ein wackeliger Milchzahn herausgefallen ist und da war mein zweiter Beruf ganz hilfreich“, sagt sie und lacht. Zum Glück habe sie aber noch keine richtigen medizinischen Notfälle in der Luft erlebt.
Eine Lufthansa-Maschine hebt mit der Zahnärztin an Bord bis zu drei Mal im Monat ab München ab.
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Wie sie beide Jobs organisiert? „Das ist nicht immer einfach, aber ich bin zum Glück ein sehr gut organisierter Mensch und plane viel im Voraus. Außerdem bietet mir die Zahnarztpraxis, in der ich tätig bin, ein modernes Schichtsystem, das es mir ermöglicht, mehrere Tage am Stück frei zu haben. In diese freien Zeiten lege ich mir dann meine Flüge“, so Wolf. Für die beiden Jobs muss sie zwischen beiden Städten, Berlin und München, hin und her pendeln.
Sie ist gern an verschiedenen Orten der Welt, aber schätzt es, auch mal längere Zeit in Berlin, im selben Team in der Praxis, zu arbeiten und Patienten zu versorgen. Deshalb will sie sich auch nicht für eine Arbeit ganz entscheiden. „Wenn ich nur eine Tätigkeit machen würde, würde mir etwas fehlen.“
Fliegerei stellt enorme Belastung für den Körper dar
Die Fliegerei mache ihr zwar sehr große Freude, aber wäre nichts Besonderes mehr, wenn es für sie alltäglich werden würde. „Es ist auch zu risikoreich, weil man schnell flugunfähig werden kann.“ Die Zeitunterschiede, die Nachtflüge und der unterschiedliche Rhythmus stelle eine enorme Belastung für den Körper dar.
Ob sie selbst Angst vor dem Fliegen oder dem Zahnarzt hat? „Weder noch“, sagt sie. „Gerade bei der Lufthansa wird Sicherheit ganz groß geschrieben und auch in der Zahnarztpraxis wird alles getan, damit sich die Patienten wohlfühlen.“
Dr. Alexandra Wolf ist schon startbereit für ihre nächsten Flüge. Als nächstes geht es kommende Woche nach Warschau, Paris und Boston.
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