Unfälle meist selbst verschuldet

Berlins unbelehrbare Harakiri-Radler

Alle zwei Stunden verunglückt in der Hauptstadt ein Radfahrer. Doch Unfallverursacher sind in den meisten Fällen die Radler selbst.

Marcus Böttcher Susanne Dübber
Lesezeit 3 Min
Rad unter LKW: Der Horror-Unfall – hier im Juni auf der Wilhelmstraße in Mitte. Zwölf Radler verloren im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

Rad unter LKW: Der Horror-Unfall – hier im Juni auf der Wilhelmstraße in Mitte. Zwölf Radler verloren im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

© gudath Lizenz

Sie rasen auf Gehwegen zwischen den Passanten, benutzen Radwege in der falschen Richtung. Wie der KURIER erfuhr: 49,06 Prozent der Unfallverursacher waren 2014 die Radler selbst. Autofahrer tragen Schuld an 42,06 Prozent der Unfälle mit Radlerbeteiligung. Besonders tragisch: Kommt es zum Unfall, sind die Verletzungen beim Radler natürlich besonders schwer. 90 Prozent der Verletzungen gehen zulasten des Radfahrers, analysiert die Polizei.

Fehlender Sicherheitsabstand wird unterschätzt

Häufigste Unfallursache ist der ungenügende seitliche Sicherheitsabstand, erklärt Rainer Pätsch von der Verkehrsunfallbekämpfung der Berliner Polizei. „Viele Radfahrer wollen sich vor Ampelanlagen oder sonst im Stau nicht hinten anstellen und nutzen auch kleinste Zwischenräume, um sich zwischen den wartenden Kraftfahrzeugen oder rechts an ihnen vorbeizuschlängeln. Nicht selten bleiben sie dabei aber an Außenspiegeln hängen und es kommt zu Stürzen oder Sachschäden.“

An zweiter Stelle der Unfallursachen kommt das Befahren von Gehwegen und die Benutzung von Radwegen in falscher Richtung. Pätsch: „Insbesondere beim Befahren von Gehwegen fühlen sich gerade ältere Menschen durch die vielen Radfahrer regelrecht bedroht.“

Kindergärtnerin Eileen Lenz aus Friedrichshain kennt die gefährlichen Begegnungen zwischen Rad- und Autofahrern. Täglich ist die 31-Jährige mit dem Rad unterwegs. „Viele Radfahrer sind eher sorglos, mich eingeschlossen. Auf der Frankfurter Allee beispielsweise fahre ich ebenfalls oft auf der falschen Seite. Die Wege sind doch breit genug.

Kindergärtnerin Eileen Lenz aus Friedrichshain kennt die gefährlichen Begegnungen zwischen Rad- und Autofahrern. Täglich ist die 31-Jährige mit dem Rad unterwegs. „Viele Radfahrer sind eher sorglos, mich eingeschlossen. Auf der Frankfurter Allee beispielsweise fahre ich ebenfalls oft auf der falschen Seite. Die Wege sind doch breit genug.

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Ehrlich ist Kathrin Zint (28): „Ich gebe zu, dass ich des Öfteren fahre wie eine Sau. Auf der falschen Seite und auch rote Ampeln jucken mich nicht. Manchmal jedenfalls“, so die Barkeeperin aus Karlshorst. Dass dies gefährlich ist, weiß sie. „Ich beobachte oft gefährliche Szenen zwischen Rad- und Autofahrern. Auch ich will mich bessern.“

Ehrlich ist Kathrin Zint (28): „Ich gebe zu, dass ich des Öfteren fahre wie eine Sau. Auf der falschen Seite und auch rote Ampeln jucken mich nicht. Manchmal jedenfalls“, so die Barkeeperin aus Karlshorst. Dass dies gefährlich ist, weiß sie. „Ich beobachte oft gefährliche Szenen zwischen Rad- und Autofahrern. Auch ich will mich bessern.“

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Seit vier Jahren lebt Max Greschak (24) im Friedrichshain. Täglich ist der Student mit seinem Rad unterwegs. „Gerade in meinem Kiez, vor allem auf der Warschauer, hat man als Radfahrer keine andere Chance als eng an den Autos vorbei zu fahren. Im Kopf spiele ich Situationen durch, was passieren würde, wenn jemand die Tür öffnet.“

Seit vier Jahren lebt Max Greschak (24) im Friedrichshain. Täglich ist der Student mit seinem Rad unterwegs. „Gerade in meinem Kiez, vor allem auf der Warschauer, hat man als Radfahrer keine andere Chance als eng an den Autos vorbei zu fahren. Im Kopf spiele ich Situationen durch, was passieren würde, wenn jemand die Tür öffnet.“

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Ob Radfahrer verbotswidrig von Geh- oder Radwegen überraschend auf die parallele Fahrbahn in den fließenden Verkehr hineinwechseln oder mit zu hohem Tempo zu schnell durch die Stadt sausen – alles gefährlich! Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) warnt vor solchen Fahrfehlern.

Aber Bernd Zanke vom ADFC gibt auch zu bedenken: „Nach wie vor geschehen die schwersten Unfälle mit Radfahrern durch Fehler der Kraftfahrer. Abbiegefehler haben sogar um 15 Prozent zugenommen!“ Dabei sind viele Unfälle vermeidbar. Zanke: „Wir empfehlen Radfahrern, an jeder Kreuzung den Schulterblick nach links und Blickkontakt zum Kraftfahrer zu suchen, der sich nähert.

So geht man sicher, dass der einen gesehen hat. Kommt der Kontakt nicht zustande, bleibt man besser stehen.“ Sicher sind Radfahrer, wenn sie 1,5 Meter links neben parkenden Autos fahren. „Täglich kommen zwei Radfahrer ins Krankenhaus, weil sie gegen sich plötzlich öffnende Autotüren gefahren sind.“ DÜBB, MBÖ

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