Die Webseite buergeramt-termine.de, die Termine in Berliner Bürgerämtern gegen Geld vermittelt hatte, ist bereits seit 4. Dezember eingestellt. Das bestätigte uns am Montag ein Mitbegründer der Website.
Die umstrittene Online-Terminbörse buergeramt-termine.de, die Termine für Berliner Bürgerämter gegen Geld vermittelte, hat ihre Tätigkeit bis auf Weiteres eingestellt. Berliner Politiker hatten die Plattform immer wieder als einen wesentlichen Grund für die Schwierigkeiten bei der Terminvergabe in den Bürgerämtern dargestellt. Nun haben sie das Geschäftsmodell mit einer einfachen Maßnahme unterbunden:
Freie Termine werden auf der Service-Plattform des Landes Berlin nur dann angeboten, wenn sie weiter als fünf Tage in der Zukunft liegen. Das Versprechen von buergeramt-termine.de lautete jedoch, binnen fünf Werktagen für 25 Euro einen Termin zu vermitteln. Die Kunden konnten Wunschtage und -bezirke angeben, ein spezieller Algorithmus stellte dann immer wieder entsprechende Suchanfragen an das Serviceportal des Landes Berlin.
„Wir werden weiter den Finger in die Wunde legen“
Jörn Kamphuis, einer der Mitgründer von buergeramt-termine.de, bestätigte der Berliner Zeitung am Montag, dass die Plattform schon seit dem 4. Dezember keine Termine mehr vermittelt habe. „So lange sich der Status quo in den Bürgerämtern nicht ändert, werden wir aber weiter den Finger in die Wunde legen“, sagte er. Kamphuis wollte den Terminhandel stets als Protest gegen die desaströsen Zustände in den Bürgerämtern verstanden wissen.
Nach seinen Angaben war die Nachfrage nach den Vermittlungsdiensten verhalten. „Seit Mitte Juni haben wir im Durchschnitt fünf Anfragen pro Tag bearbeitet“, sagte er. Anders als oft dargestellt, habe der Algorithmus auch keineswegs alle frei werdenden Termine blockiert, sondern nur im Auftrag und im Namen des Kunden.
Die Situation in den Bürgerämtern hat sich denn auch nur unwesentlich verbessert, nachdem der Online-Terminhandel unterbunden wurde. Weiterhin sind über das Internet Termine nur sporadisch zu bekommen.
Über das Behördentelefon 115 klappt es anscheinend besser. Bei einem Testanruf erreichte die Berliner Zeitung am Montag binnen einer Minute eine Mitarbeiterin. Auf die Frage nach einem Bürgeramtstermin am Dienstag sagte sie, man solle am nächsten Morgen wieder anrufen, dann bestünden gute Chancen.
Eine ausführliche Version dieses Artikels lesen Sie in der Berliner Zeitung
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com