Besonders die Anwohner im Familienkiez an der Malmöer und Jülicher Straße, durch die die zugestaute Umleitungsstrecke führt, sind auf der Palme. „Zurzeit ist das hier einfach nur eine Zumutung“, schimpft Lothar Preißer (65), der in der Jülicher Straße wohnt. „Auf der Umleitung hält sich kaum keiner an die vorgeschriebenen 30 km/h. Viele rasen!“ Helene Braun (83), die an der Bösebrücke wohnt, bringt es auf dem Punkt: „An der Umleitungsstrecke möchte ich nicht wohnen!“ Die Rentnerin fragt sich: „Gäbe es denn keine andere Möglichkeit, als eine einseitige Sperrung mit Verkehrschaos?“
Die „Bürgerinitiative Malmöer und Jülicher Straße“ kritisiert diese Verkehrsplanung und die Informationspolitik darüber. Ihre Forderungen: Stärkere Tempokontrollen im Tempo-30-Bereich, eine Behelfsbrücke, einspuriger Verkehr in beide Richtungen und das Verbot von Schwerlastverkehr.
Startschuss der Arbeiten war vor zehn Tagen (KURIER berichtete). Dabei wird der Beton abgetragen und durch Leichtbeton ersetzt. Außerdem entstehen neue Stützwände. Geplante Bauzeit: zwei Jahre. Für Fußgänger und Straßenbahn bleibt der Weg frei, auch der S-Bahnhof ist auf der Nordseite zugänglich.
Der Verkehr wird in dieser Zeit von West nach Ost durch die Tempo-30-Zone (Jülicher Straße – Behmstraße – Malmöer Straße) umgeleitet.
Lkws wird eine weiträumige Umfahrung über die Schweden-, durch die Bad- und Brunnenstraße bis hin zur Eberswalder Straße vorgeschrieben. Eigentlich. Doch daran halten sich die wenigsten. Der KURIER beobachtet , wie die Brummis mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch die Malmöer Straße donnern.
Dass die Brücke renoviert werden muss, ist den meisten Anwohnern klar. Doch der verspätete Baubeginn der wichtigen Ost-West-Verbindung zur A 100 (sollte bereits im Juni sein) macht den Anwohnern Angst. Sie zweifeln an einer pünktlichen Fertigstellung. So wie René Dietel (33): „Wenn ich hier langgehe, sehe ich einen arbeiten und zwei Leute zuschauen. Und ab Freitagmittag ist die Baustelle komplett verwaist. Kein Bauarbeiter ist mehr zu sehen.“ EB
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com