Seilbahn zum Himalaya, Riesen-Vogelhaus, Achterbahn-Safari – nach Knieriems Plan wird bis 2030 ein völlig neuer Tierpark entstehen (KURIER berichtete). Der Haushaltsausschuss hatte den Tierpark-Chef eingeladen, damit er dem Parlament sein Vorhaben erklärt. Knieriem war fast auf dem Weg, als er plötzlich am Telefon die Absage erhielt.
SPD und CDU nahmen das Tierparkthema fünf Minuten vor der Sitzung von der Tagesordnung. Aus „sachlichen Gründe“, so Haushaltsexperte Torsten Schneider (SPD). Jetzt soll Knieriem erst im September über die Tierpark-Zukunft sprechen, wenn der Senat über den Landeshaushalt berät. „Im Vorfeld macht es daher keinen Sinn, über einen Plan zu reden“, sagte Alexander Herrmann (CDU).
Die Opposition schäumt. Der Senat hätte Knieriem brüskiert. „Ihn kurzfristig auszuladen, gehört sich nicht“, sagt Jochen Esser (Grüne). Knieriem hat, wie vom Senat gefordert, einen Plan vorgelegt, um den Tierpark aus der Krise zu holen. „Jetzt muss man mit ihm auch darüber diskutieren“, sagt Esser. „Knieriem ist auf dem richtigen Weg, wenn auch nicht in allen Punkten.“
Der Senat scheint den Millionen-Plan nicht mittragen zu wollen. „In der Koalition gibt es Diskussionen, ob man den Tierpark so massiv verändern muss“, sagt Heiko Herberg (Piraten). Für Aufregung sorgen die geplante Himalaya-Seilbahn oder die Wohnungen, die auf Tierpark-Gelände entstehen sollen.
Knieriem äußerte sich sehr diplomatisch zur Ausladung. Sein Plan kam bisher bei den Berlinern und der Politik gut an. „Wir wünschen uns, dass die Politik verantwortungsvoll damit umgeht“, sagte er. „Ich habe daher Verständnis, dass man mehr Zeit für Entscheidungen benötigt.“
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