Hoppegarten - Ganz schön zynisch! Zwar beurteilt die Behörde die einsame Straße, einen alten Feldweg, als gefährlich. Aber als Schulweg soll sie trotzdem taugen. Denn so spart sich der Landkreis das Bus-Geld für Joseph (13), der über die dunkle, einsame Straße zur Schule gehen soll.Der Münchehofer Weg, um den es geht, wirkt furchteinflößend, jedenfalls für kleine Kinder. Rechts und links nur Bäume und Büsche, dahinter weite, menschenleere Felder, die nächsten Häuser erst am Horizont. Selbst nachmittags gegen 15.30 Uhr ist kein Mensch unterwegs - schließlich handelt es sich um eine verlassene Sackgasse."Hier hört dich niemand, wenn du um Hilfe rufst", sagt Mario Rauh (45), Vater von Joseph (13). "Deshalb nehmen die Kinder den Bus nach Hoppegarten zur Schule. Um die Finanzierung der Bus-Fahrkarte dreht sich der Streit. "Der Landkreis zahlt bis zu 201 Euro Zuschuss im Jahr, so dass die Eltern nur 105 Euro zu zahlen müssen." Voraussetzung: Der Schulweg überschreitet eine bestimmte Länge. In Josephs Alter liegt die Grenze bei vier Kilometern.Doch die Behörde legt den Münchehofer Weg statt der Bus-Strecke zugrunde. Der umstrittene Weg ist "nur" 3,7 Kilometer lang. Also lehnte man die Anträge der Eltern ab. In der Begründung heißt es zynisch: "Der von der Klägerin beanstandete, "gefährliche Abschnitt ist lediglich 1,1 Kilometer lang." Für Vater Rauh ist jeder Meter ein Meter zu viel. "Die Behörde nimmt unsere Ängste nicht ernst, das Wohl der Kinder ist egal. Das zeigt der ganze Bescheid." In dem heißt es auch, dass die Kinder den Weg ohnehin nicht benutzen, im Bus fahren. Mario Rauhe: "Ja sollen wir unsere Kinder denn ins Unglück laufen lassen?" Jetzt wird das Gericht den Streit klären.------------------------------
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