Uferverbot für Hunde am Schlachtensee

Hundsgemein oder tierisch gut?

Ab 15. Mai mehr Ruhe für Spaziergänger und Badende

SUSANNE DÜBBER und MARCUS BÖTTCHER
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Verständnis hat Unternehmensberaterin Corinna Billett (48, Wilmersdorf) mit Cato (5): „Zu viele Hundehalter haben die Tiere nicht im Griff, so dass es Rücksichtslosigkeiten gibt.“

Verständnis hat Unternehmensberaterin Corinna Billett (48, Wilmersdorf) mit Cato (5): „Zu viele Hundehalter haben die Tiere nicht im Griff, so dass es Rücksichtslosigkeiten gibt.“

© Bernd Friedel Lizenz

Hundebesitzer, Spaziergänger und Jogger sind völlig überrascht von der Entscheidung, keine Hunde mehr an den Uferrändern zuzulassen. Umwelt-Stadträtin Christa Markl-Vito (Grüne) erklärt: „An diesen Gewässern ist zu oft zu viel Trubel. Wir wollen Badende und Ruhesuchende schützen.“

Stimmt: Da quetschen sich an Sonn- und Feiertagen zur Hauptverkehrszeit Jogger und Spaziergänger auf den Uferwegen, am Wasser sitzen bei gutem Wetter jede Menge Badende, zwischendurch springen trotz Leinenzwang am See nicht angeleinte Hunde rein ins Picknick und Wasser, kleine Kinder werden auch mal einfach umgerannt.

Markl-Vito läuft mit ihrer Mischlingshündin Emma (12) wie bald vorgeschrieben auf dem Weg fünf Meter oberhalb des Sees. „Dort sieht man den See, stört aber die anderen nicht.“ Denn vor allem die Wasserqualität ist den Entscheidern wichtig, die Gewässer sollen EU-Badestellen bleiben dürfen. Nicht wie der Grunewaldsee, den Frau Markl-Vito als „völlig verkeimt“ bezeichnet. „Dort ist das Wasser durch die Hunde verdreckt, das Baden deshalb zum Gesundheitsschutz verboten.“

In den anderen Berliner Bezirken gibt es für die Badeseen keine solch drastischen Überlegungen. In Lichtenberg sagt der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU): „Für den Orankesee oder den Obersee besteht kein besonderer Handlungsbedarf.“ Auch für den Pankower Weißen See soll Jens-Holger Kirchner (Grüne) kein Hundeverbot her. „Wir arbeiten eher daran, Auslaufzonen zu schaffen, statt zu begrenzen.“

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