2015: Herthas Nico Schulz will U21-Europameister werden.
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2009: Ex-Herthaner Patrick Ebert holte sich den Titel mit Neuer, Khedira, Özil, Höwedes, Hummels und Boateng.
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Wie sich die Bilder gleichen. U21-Bundestrainer Horst Hrubesch spricht mit Patrick Ebert ...
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... und Nico Schulz.
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17. Juli 2009: Ebert, damals gerade 22 Jahre alt, kommt als Nachzügler in Herthas österreichisches Trainingslager nach Stegersbach. Der Grund: Er war gerade U21-Europameister geworden. Mit einem stolzen Lächeln betrat er bei sengender Sommerhitze den Trainingsplatz. Die Zukunft sah für ihn in diesem Moment rosarot aus. Die Träume von der ganz großen Weltkarriere spukten in seinem Kopf.
Er spielte in der Europameister-Elf 2009 mit Manuel Neuer, Sami Khedira, Mesut Özil, Jerome Boateng, Mats Hummels und Benedikt Höwedes. Diese sechs wurden fünf Jahre später Weltmeister bei Jogi. Und Ebert? Er hatte Pech mit einem Kreuzbandriss 2010. Doch viel schlimmer: Er verspielte und verschlampte seine große Chance. Türspiegel-Tritt-Affäre und ein unprofessioneller Lebensstil. 2012 verließ der Mittelfeldspieler die Blau-Weißen, ging nach Spanien zu Real Valladolid. Keine Adresse für eine Weltkarriere. Im Januar 2014 verschlug es ihn nach Moskau zu Spartak.
Heute sagt Ebert reumütig: „Ich bin mir oft selbst im Weg gestanden, habe nicht so gelebt, wie man als Profi leben sollte. Dadurch konnte ich meine Leistung nicht zu hundert Prozent abrufen. Das war mein größtes Problem.“
Sätze, die sich Nico Schulz genau anhören sollte. Schulle kam 2010 in Herthas Profi-Kader. Damals war Mitspieler Ebert noch so etwas wie ein Vorbild. Die beiden kannten sich ja schon jahrelang aus der blau-weißen Jugendakademie. U21-Nationalspieler zu sein, ist eine tolle Sache. Europameister zu werden, noch besser. Aber wirklich erreicht hat man damit noch nichts als Jung-Profi.
Der linke Außenbahnspieler hat seine vierte Profi-Saison hinter sich und er kann zufrieden sein. 28 Spiele (26-mal in der Startelf). Bei Hertha hat er sich zum Stammspieler entwickelt. Die EM in Tschechien ist ein weiterer Schritt in seiner jungen Karriere, mehr aber auch nicht. Spätestens wenn das Turnier beendet ist, mit oder ohne Titel, muss Schulz es ganz schnell abhaken und nicht träumen.
Denn danach beginnt der härteste Kampf gegen sich selbst und die Konkurrenten im Verein. Er muss sich seinen Stammplatz bei Hertha neu erkämpfen.
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