U-Bahn-Schläger Torben P.

Hat das Opfer mit den Handgreiflichkeiten begonnen?

Bilder können lügen. Das weiß auch die Staatsanwaltschaft. Sie soll ein Fahndungs-Video missbraucht haben, um mit brutalen Bildern einer Tat – aber ohne deren Vorlauf – politischen Druck für mehr Polizei auf U-Bahnhöfen zu machen.

BK
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Beginn der Tätlichkeiten Markus P. springt auf, nimmt eine drohende Haltung gegen Torben P. und Nico A. ein. Die Person vorne ist unbeteiligt.

Beginn der Tätlichkeiten Markus P. springt auf, nimmt eine drohende Haltung gegen Torben P. und Nico A. ein. Die Person vorne ist unbeteiligt.

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Es geht um den Angriff von Torben P. (18) auf den Handwerker Markus P. (29) im U-Bahnhof Friedrichstraße. In der Nacht zu Ostersonnabend verletzte der Schüler den Mann mit Tritten an den Kopf schwer, ist wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte für die Fahndung nur einen Teil der Aufnahmen aus Überwachungskameras – nicht aber, was vor der Tat geschehen war. Das zeigen die 25 Minuten Aufzeichnung von sechs Kameras der BVG, die den Gerichtsakten als DVD beiliegen.

Brutal tritt Torben P. (18) Ostern auf Pascal P. (29) ein.

Brutal tritt Torben P. (18) Ostern auf Pascal P. (29) ein.

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Hier sehen Sie die Bilder von dem unfassbaren Gewalttat im Berliner Bahnhof Friedrichstraße.

Hier sehen Sie die Bilder von dem unfassbaren Gewalttat im Berliner Bahnhof Friedrichstraße.

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Hier tritt Torben P. zu! Ohne Gnade, immer wieder auf den Kopf des Opfers. Nach eigenen Aussagen war er „betrunken und auf Stunk aus“.

Hier tritt Torben P. zu! Ohne Gnade, immer wieder auf den Kopf des Opfers. Nach eigenen Aussagen war er „betrunken und auf Stunk aus“.

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Das Opfer der Attacke in der U6: Markus P.

Das Opfer der Attacke in der U6: Markus P.

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Markus P.

Markus P.

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Carmen P. und ihr Sohn Markus

Carmen P. und ihr Sohn Markus

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Markus P.

Markus P.

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Immer wieder hat sich Carmen P. das Tat-Video angesehen, küsst ihren Sohn. „Wie kann es sein, dass solche Täter wieder nach Hause dürfen, ein Steuersünder dagegen eingesperrt wird.“

Immer wieder hat sich Carmen P. das Tat-Video angesehen, küsst ihren Sohn. „Wie kann es sein, dass solche Täter wieder nach Hause dürfen, ein Steuersünder dagegen eingesperrt wird.“

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Der Täter: Torben P. mit dem Hund der Familie. Dieses Foto stellte der Schüler von sich ins Internet.

Der Täter: Torben P. mit dem Hund der Familie. Dieses Foto stellte der Schüler von sich ins Internet.

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Hier wird Torben P. von der Polizei abgeführt.

Hier wird Torben P. von der Polizei abgeführt.

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Hier wird Torben P. von der Polizei abgeführt.

Hier wird Torben P. von der Polizei abgeführt.

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Georg B. ging dazwischen, als die Schläger Markus P. in der Mangel hatten. Er war der Einzige, der etwas tat. Alle anderen Leute auf dem Bahnsteig schauten weg. Georg B. wurde ebenfalls verletzt: „Aber nur leicht am Kopf. Nichts, im Gegensatz zu den Verletzungen von Markus.“

Georg B. ging dazwischen, als die Schläger Markus P. in der Mangel hatten. Er war der Einzige, der etwas tat. Alle anderen Leute auf dem Bahnsteig schauten weg. Georg B. wurde ebenfalls verletzt: „Aber nur leicht am Kopf. Nichts, im Gegensatz zu den Verletzungen von Markus.“

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Der zweite beteiligte Tatverdächtige.

Der zweite beteiligte Tatverdächtige.

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Spurensuche am Tatort

Spurensuche am Tatort

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Da setzen sich der angetrunkene Torben P. und sein Komplize Nico A. (18) neben den schlafenden, betrunkenen Markus P. auf eine Bank. Er wird offenbar geweckt, es scheint ein Wortgefecht zu geben – und dann springt der anscheinend provozierte Markus P. auf und wird handgreiflich. Er schubst Torben P. mehrmals, bis der ihn niederschlägt und auf ihn eintritt.

Thorsten Bieber, Anwalt von Nico A., schließt aus der Bilderauswahl: „Der Ermittlungszweck stand bei dem Video nicht im Vordergrund.“ Sondern Stimmungsmache. Die wäre auch gelungen: Es gab eine Riesenaufregung bis hinein in den Senat, weil Torben P., der sich selbst gestellt hatte, von der U-Haft verschont wurde.

U-Bahnhof Möckernbrücke: 96 Straftaten

U-Bahnhof Möckernbrücke: 96 Straftaten

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U-Bahnhof Hermannstraße: 107 Straftaten

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U-Bahnhof Pankstr.: 122 Straftaten

U-Bahnhof Pankstr.: 122 Straftaten

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U-Bahnhof Osloer Str: 165 Straftaten im Jahre 2010

U-Bahnhof Osloer Str: 165 Straftaten im Jahre 2010

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U-Bahnhof Leopoldplatz: 167 Straftaten im Jahr 2010

U-Bahnhof Leopoldplatz: 167 Straftaten im Jahr 2010

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U-Bahnhof Hallesches Tor: 202 Straftaten im Jahr 2010

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U-Bahnhof Herrmannplatz: 308 Straftaten im Jahr 2010

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U-Bahnhof Zoologischer Garten: 320 Straftaten im Jahr 2010

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U-Bahnhof Kottbusser Tor: 321 Straftaten im Jahr 2010

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U-Bahnhof Alexanderplatz: Spitzenreiter mit insgesamt 362 Straftaten im Jahr 2010

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Staatsanwaltschafts-Sprecherin Simone Herbeth weist den Vorwurf politischer Einflussnahme ebenso zurück wie den, dass man bewusst Bilder des Gesichts von Torben P. nicht veröffentlichte: Man sei in Eile gewesen und hätte die Auswahl der Szene erfolgversprechender für die Fahndung gehalten als ein nichtssagendes Bild.

Am 23. August beginnt der Prozess gegen Torben P. Zwar glaubt Anwalt Bieber, dass die Videos das Strafmaß beeinflussen werden, aber die beinahe tödlichen Tritte bleiben. GL

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