Dino mit Zahnweh

Dieser Saurier war ein trauriger

Ab heute können Berliner die Reste von T-Rex Tristan im Naturkundemuseum sehen

Jeannette Hix
Lesezeit 2 Min
Imposante Kreatur: T. Rex Tristan Otto

Imposante Kreatur: T. Rex Tristan Otto

© AP

Ab diesem Mittwoch können ihn die Berliner besuchen. Ganz deutlich ist die dicke Verknöcherung am linken Unterkiefer zu sehen. „Ob das Geschwür durch Bakterien, Viren oder Pilze entstanden ist, sollen weitere Untersuchungen an der Charité klären“, sagt Kurator Dr. Oliver Hampe. Tristan-Otto fehlen auch einige seiner insgesamt 80 Zähne. Hätte er kraftvoll zubeißen können, wäre jeder Zahn mit einem Mega-Druck von fünf Tonnen in seine Beute geglitten – theoretisch. Denn Tristan könnte aufgrund des Geschwürs auch verhungert sein, hat auch einige gebrochene Rippen. Er starb zirka 20- bis 30-jährig an einem Fluss. Denn neben dem Skelett wurden auch Fragmente von Bäumen, Blüten, Fischschuppen und Reste von Krokodilen gefunden. Wahrscheinlich wurde der Fluss überschwemmt – im Schlamm blieb alles gut erhalten. Alle Utensilien der Fundstelle sind im Naturkundemuseum in fünf Schaukästen ausgestellt, die per Touchscreen Informationen über den Fundort preisgeben. Tristan-Otto wurde 2010 auf einer Farm in Montana von einem Hobby-Archäologe entdeckt – die Riesenbeckenknochen des T-Rex hatten aus dem Boden geragt.

Später dann hatte das Skelett der Londoner Geschäftsmann Niels Nielsen erworben und nach seinen Söhnen Tristan und Otto benannt. Für ganze drei Jahre kann es nun das Naturkundemuseum nutzen.

Dr. Heinrich Mallison zeigt im Naturkundemuseum den Originalkopf von Tristan-Otto. 

Dr. Heinrich Mallison zeigt im Naturkundemuseum den Originalkopf von Tristan-Otto. 

© Eric Richard

Insgesamt 170 Originalknochen samt Kopf waren in Montana gefunden worden. „Die restlichen 130 Knochen wurden zum einen per 3D-Drucker in der TU angefertigt, zum anderen von Präparatoren vom Naturkundemuseum aus Kunstharz- und Hartplastik nachgebaut – darunter auch Tristans Füße. Präparator Marten Schöle (28): „Wir haben einfach aus Kunstharz Fuß-Nachbildungen von einem anderen T-Rex gemacht.“

Aber warum steckt Tristans Original-Kopf in einer Glasvitrine? Nur eine Reproduktion sitzt auf dem zwölf Meter langen und vier Meter hohem Skelett. Museumssprecherin Gesine Steiner: „Mit etwa 180 Kilo Gewicht wäre der Originalkopf samt 55 Schädelknochen zu schwer.“ Übrigens: Tristan-Otto könnte auch eine Isolde sein: „Aktuell ist das Geschlecht nicht bestimmbar“, so Dr. Heinrich Mallison (40). Künftige Knochenanalysen in der Charité können Aufschluss bringen.

Alle Infos: www.naturkundemuseum-berlin.de

Mitarbeit: Fabian Feuersenger  

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