Twitter-Marathon Berliner Polizei

„Hilfe Polizei, ein 2-Meter-Waschbär bedroht mich“

Ein ständig auf die Nase fallender Mann, laute Lustschreie der Nachbarin und ein zwei Meter großer Waschbär: Auf Twitter hat die Berliner Polizei seit Freitagabend ihre Einsätze im originalen Wortlaut mitgeteilt.

Philippe Debionne
Lesezeit 3 Min
Ein angeblich zwei Meter großer Waschbär und andere Kuriositäten gehören zum Alltag der Berliner Polizei.

Ein angeblich zwei Meter großer Waschbär und andere Kuriositäten gehören zum Alltag der Berliner Polizei.

© dpa/Lenhard Klimek Lizenz

In drei Schichten schreiben je fünf Freiwillige der Berliner Polizei die Meldungen zusammen, 24 Stunden lang. Dabei achten die Beamten darauf, dass eher lustige und skurrile statt brutale oder traurige Meldungen den Weg ins Internet finden. Ein Polizeisprecher: „Da, wo es geht, möchten wir Nachrichten mit einem Augenzwinkern vermitteln. Bei einem Überfall oder wenn jemand gestorben ist, kann man allerdings keine Späßchen machen.“

Kleine Auswahl gefällig?

Freitag, 21.15 Uhr: „Zwei Meter großer Waschbär soll auf Grundstück in Marzahn unterwegs sein. Kollegen haben dann normal großen und fidelen Waschbären in Obstbaum in zwei Meter Höhe entdeckt.“

Freitag, 21.39 Uhr: „Anwohner melden: Nerviger Saxofonist spielt seit Stunden immer die gleichen fünf Akkorde.“

Freitag, 22.09 Uhr: „In Mahlsdorf ist es einer Mieterin zu laut. Mehr haben wir nicht verstanden.“

Freitag, 23.12 Uhr: „Als Kinderstreich gerade 110 gewählt, jetzt kommt der Funkwagen mal in Hermsdorf bei den Eltern vorbei.“

Freitag, 23.17 Uhr: „Notruf, weil der Sex der Nachbarn in Schöneberg schon lange zu laut ist. Funkwagen kommt hinzu."

Sonnabend, 6.54 Uhr: „Mann duscht in Krankenhaus ohne Patient zu sein und wird als Straftäter wiedererkannt.“

Sonnabend, 8.02 Uhr: „Pub-Nase – Betrunkener Mann fällt immer wieder auf selbige.“

Mit der Aktion will die Polizei zeigen, wie kurios oft der tagtägliche Einsatz der Beamten ist. Der Sprecher: „Viele haben ein Bild von Tatort und Krimi im Kopf, wenn sie an die Polizei denken. Durch die Aktion sieht man aber, dass sich die Kollegen auch mit verrückten Geschichten beschäftigen müssen. So verrückt, wie das Leben selbst ist. Die Kollegen finden es gut, wenn die Bürger sehen, womit sich Polizisten tatsächlich jeden Tag beschäftigen.“

Doch bei allem Spaß darf nicht vergessen werden, dass die Polizei sich natürlich auch mit traurigen und schlimmen Ereignissen wie Unfällen, Raub, Vergewaltigung und Mord beschäftigen muss: Sonnabend, 9.35 Uhr: „In Steglitz wird Angehörigen von uns eine Todesnachricht überbracht. Wir sprechen unser Beileid aus.“ Sonnabend, 13.15 Uhr: „Tote Person in Grünanlage in Treptow gefunden. Die Kriminalpolizei ermittelt.“

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