Turnboom in Berlin

Und jetzt alle Kabolz!

Am Brandenburger Tor beginnt das Internationale Deutsche Turnfest

Christian Schwager
Lesezeit 2 Min
Eine Rolle vorwärts, hier besonders adrett, heißt auf Berlinerisch Kabolz.

Eine Rolle vorwärts, hier besonders adrett, heißt auf Berlinerisch Kabolz.

© Paulus Ponizak

Berlin und Turnfest – das passt. Sportvereine haben in der Stadt großen Zulauf. Und die Turner sind diejenigen, die mit am stärksten Mitglieder dazugewinnen. 96.000 sind es inzwischen. Im kommenden Jahr wollen sie die Marke von 100.000 knacken. Nur der Berliner Fußball-Verband hat mehr, nämlich gut 150.000.

Die Stadt wächst, junge Familien ziehen nach Berlin. „Das Kinder-Turnen ist sehr beliebt“, sagt Jens-Uwe Kunze, Geschäftsführer beim Berliner Turn- und Freizeitsportverband (BTB). Und noch ein Grund für den Boom gibt es: Berlins Senioren werden immer fitter. Gesundheitssport liegt voll im Trend.

 Sport im Park oder auf dem Tempelhofer Feld wird immer beliebter

Doch nicht jeder, der turnen will, kommt in einem der 230 Vereine unter. Manche nehmen keine Mitglieder auf, weil ihnen Hallenzeiten fehlen. Berlin wächst und wächst, Wohnungen werden gebaut, Viertel entstehen. „Aber Wohnungen allein machen unsere Stadt nicht lebenswert“, sagt Thomas Härtel, Vizepräsident des Landessportbundes (LSB). Die Sportstätten platzen aus allen Nähten. Vor allem in den Wintermonaten, wenn dann auch noch Fußballer und Hockeyspieler in die Hallen drängen, wird es eng.

Kreative Lösungen müssen gefunden werden. Sport im Park oder auf dem Tempelhofer Feld wird immer beliebter. Mobile Anlagen, die sich leicht auf- und abbauen lassen. Möglichkeiten gibt es viele. Aber keine Strategie, kritisiert der LSB.

In der kommenden Woche heißt es erst mal: Berlin turnt bunt. Die Berliner sollen mitmachen. In den Bezirken gibt es kostenlose Angebote.
Einer der Höhepunkte wird die Gala im Olympiastadion am Dienstag sein. Mit dabei: 1700 Kinder, die eine große Choreographie zeigen.
Ganz umsonst ist so ein Turnfest natürlich nicht. Das Land gibt 22 Millionen Euro dazu. Werbung für Berlin, sagt Sportsenator Andreas Geisel und findet: „Das Geld ist gut angelegt.“

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