Tunesien: Chaos nach dem WM-Aus

Ben-Hatira drohte, dann war der Trainer weg

Erst wollte Änis wegen des Nationalcoachs zurücktreten, dann gab Maaloul selbst auf.

Wolfgang Heise
Lesezeit 2 Min
Änis Ben-Hatira (l.) und Sami Allagui nachdenklich: Der WM-Traum geplatzt.

Änis Ben-Hatira (l.) und Sami Allagui nachdenklich: Der WM-Traum geplatzt.

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Änis, der emotionale, manchmal impulsive Spieler war total gefrustet. 90 Minuten saß er nur auf der Bank, musste tatenlos ansehen, wie sein WM-Traum kaputtging. Sonntagnachmittag erklärte er nach der Zwischenlandung in Frankfurt via Facebook seinen voreiligen Wut-Rücktritt: „Ich bin leider nicht zum Einsatz gekommen, warum auch immer. Aber ein Lebenstraum ist vorerst geplatzt und nun muss ich nochmals vier lange Jahre auf diese Chance warten. Das tut so was von weh.“

Dann lederte er richtig gegen Nationaltrainer Nabil Maaloul los: „Ich werde unter diesem Trainer nicht mehr für Tunesien spielen und konzentriere mich erst mal nur noch auf Hertha.“ Ben-Hatira wollte mit seiner Rücktrittsdrohung, dass der Verband den Nationaltrainer, der erst im Februar das Amt übernahm, wieder rausschmeißt.

Mussten die Bosse aber gar nicht mehr. Denn kurz danach erklärte Maaloul seinen freiwilligen Abgang: „Es war mein letztes Spiel mit dem Nationalteam. Ich will nicht viele Erklärungen abgeben. Es ist meine Verantwortung und die der Spieler.“

Herthas zweiter Tunesier Sami Allagui durfte auch nur 33 Minuten bei dem Debakel im Stadion von Rades spielen, konnte den WM-Super-GAU für Tunesien aber auch nicht mehr verhindern.

Der Mittelfeldspieler: „Wir hatten so eine gute Mannschaft. Das Aus ist eine Katastrophe. Ich bin immer noch schockiert. Eine WM-Teilnahme auf diese Art und Weise zu verpassen, tut unheimlich weh. Wir sind ganz schlecht ins Spiel gestartet. Vielleicht haben wir den Gegner zu leicht genommen.“ Kap Verde führte nach 42 Minuten schon 2:0, Tunesien rannte bis zum Schluss vergeblich gegen das WM-Aus an. W. H.

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