Der Ex-Finanzsenator und Ex-Bundesbanker hatte die Wahl: Er konnte seine große Rechtfertigungsschrift den Journalisten vorstellen. Also genau den Leuten, die ihn nach seinen steilen Thesen zu Migranten und Hartz IV angeblich grundlos in die rechte Ecke stellten. Oder er hätte in London vor Gericht erscheinen können, wo 150 Millionen Berliner Steuer-Euro auf dem Spiel stehen. Hintergrund: Sarrazin war 2007 als BVG-Aufsichtsrat an einem kuriosen Deal mit einer US-Bank beteiligt, der der BVG gerade auf die Füße fällt (KURIER berichtete).
Bestseller-Autor Sarrazin fiel die Wahl offenbar nicht schwer: Er beklagte sich im Haus der Bundespressekonferenz über das vermeintlich linksliberale Gutmenschentum seiner Kritiker, die ihn falsch zitiert und als „Ratten-Fänger“ diffamiert hätten. Der Kerngedanke des neuen Buchs: Die Meinungsfreiheit sei durch starre Dogmen und Redeverbote ausgehöhlt.
Zur BVG sagte Sarrazin übrigens genau eines: nichts. Lieber bescheinigte er der Anti-Euro-Partei AfD, mehr Ahnung von Währungsfragen zu haben als Union und SPD zusammen. MOW
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