„Es sollte ein Spiel sein, das blutiger Ernst wurde“, sagte die Richterin Dienstag im Berliner Landgericht. Haupttäter Mahmut A. soll am Abend des 5. November 2017 den Sohn einer Wilmersdorfer Spätkauf-Inhaberin erstochen haben. Der 21-jährige Duc T. war seiner Mutter zu Hilfe geeilt. Mahmut A. stach ihn mit einer 25-Zentimeter-Klinge in den Hals. Er war sofort tot, seine Mutter erlitt durch den Anblick einen Schlaganfall. Sie ist bis heute gelähmt und muss künstlich ernährt und beamtet werden.
Partylöwe und Urlauber
Zwei Täter setzten sich nach der brutalen Tat ins Ausland ab. Der mutmaßliche Killer Mahmut A. sonnt sich seitdem in der Türkei und inszeniert sich im Internet frech als Partylöwe und Urlauber.
Seine Komplizen: Hussein R. (24), der gestern Geburtstag hatte, muss wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung für vier Jahre und sechs Monate in Haft. Die beiden Frauen Irem E. (20) und Marilyn Y. (19) wurden wegen Beihilfe zu Jugendhaftstrafen auf Bewährung sowie 300 Arbeitsstunden verurteilt.
Die Angehörigen sind fassungslos
Von alldem bekommt der Haupttäter Mahmut A. in der Türkei nichts mit. Dabei hätte der Intensivtäter, der im Alter von 14 Jahren an 60 Straftaten beteiligt gewesen sein soll, längst abgeschoben werden müssen. Laut einem RBB-Bericht sollte er deshalb bereits viereinhalb Jahre vor dem Tod von Duc. T. abgeschoben werden.
Doch er konnte das mehrmals verhindern, unter anderem weil er seinen Pass nicht herausgab oder später einen Asylantrag stellte. Der Anwalt der Familie T. spricht von „Behördenversagen.“ Die Angehörigen sind fassungslos.
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