Trotz Tinder, Pornos & Öffi-Sex

Studie: Teenies so verklemmt wie ihre Ur-Großeltern

Von wegen versext: Junge Leute sind so verklemmt wie seit Generationen nicht mehr

Jo Studnik
Lesezeit 2 Min

© imago/Westend61 (Symbolbild)

Die Untersuchung an der Florida Atlantic University, gerade im Fachblatt Archives of Sexual Behaviour erschienen, räumt mit fast allen gängigen Klischees über die Jugendlichen auf.

27.000 Leute unterschiedlicher Altersgruppen wurden befragt. Dabei kam heraus, dass etwa 18-Jährige nicht mehr Sexualpartner haben als 18-Jährige in den 60er Jahren. 15 Prozent der 20- bis 24-Jährigen berichteten sogar, sie hätten überhaupt keinen Sex gehabt, seitdem sie volljährig waren.

Im Elternhaus macht Sex keinen Spaß

Die einzige Generation, bei der eine derart ausgeprägte sexuelle Apathie festgestellt wurde, waren die in den 20er Jahren Geborenen, so Ryne Sherman, Co-Autor der Studie. Junge Frauen, so Sherman weiter, seien häufiger sexuell inaktiv als Männer. 

Die Frage ist, ob sich die Ergebnisse der Studie so ohne Weiteres auf hiesige Verhältnisse übertragen lassen. So stellt eine andere US-Studie fest, dass etwa infolge niedriger Gehälter fast ein Drittel aller junger Erwachsener noch bei ihren Eltern lebten. Die Aussicht, dass die Eltern jederzeit an die Zimmertür klopfen könnten, macht die jungen Amerikaner offenbar zu Sex-Muffeln.

Andere Ergebnisse der Studie beziehen sich auf spezielle Merkmale der amerikanischen Gesellschaft: Demnach haben etwa Weiße weniger Sex als Schwarze, Leute mit geringer Qualifikation weniger als solche mit höherer Ausbildung. Da wäre es doch sehr spannend, hierzulande eine ähnliche Studie durchzuführen und festzustellen, was junge Deutsche zu Sex-Muffeln macht. JSt

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema