Trotz Platz eins

Trainer Urs Fischer sieht auch Schwachstellen

Der Schweizer tritt auf die Euphoriebremse

Mathias Bunkus
Lesezeit 3 Min
 Urs Fischer hat mahnende Worte für sein Team. 

 Urs Fischer hat mahnende Worte für sein Team. 

© Matthias Koch

Überschwang der Gefühle, aufkeimende Euphorie oder vorzeitige Freude sind ihm ein Gräuel. So war er der Erste, der nach dem Sprung auf Platz eins kräftig auf die Euphoriebremse drückte.

Noch Verbesserungspotenzial 

Mit den sieben Zählern aus den ersten drei Spielen dürfe man zufrieden sein. „Das heißt aber nicht, dass wir uns darauf ausruhen können“, gab der 52-Jährige den Mahner.

„Wenn ich die Statistik sehe, war alles sehr ausgeglichen. Die ersten 20 Minuten, vielleicht 25 Minuten haben mir nicht so gefallen. Wir kamen nicht so richtig in die Zweikämpfe. Da hatten wir Mühe. Wir standen zwar gut, ließen nicht viel zu, aber was die Bewegung mit dem Ball angeht, da müssen wir uns verbessern“, kritisierte Fischer seine siegestrunkene Truppe unmittelbar nach dem Schlusspfiff.

Nach dem Sieg gegen St. Pauli holte sich das Team den Applaus von den Rängen ab. 

Nach dem Sieg gegen St. Pauli holte sich das Team den Applaus von den Rängen ab. 

© Matthias Koch

Vor dem – aus seiner Sicht – „unnötigen“ Gegentor wollte er gar nicht erst anfangen. „Im Fußball kann alles so schnell gehen. Rafal hält uns dann im Rennen“, lobte er seinen polnischen Schlussmann. „Wer weiß, was dann passiert wäre, spielte er auf Gikiewiczs Großtat gegen Christopher Buchtmann an (87.). Fürth, so sein Beispiel habe es am Wochenende doch selber erfahren. Nur 2:2 gespielt gegen Paderborn trotz eiern 2:0 Führung und einer Überzahl. Und da kamen die Gegentreffer in Minute 89 und 90+1.

Last fällt ab

Ein Wellenbad der Gefühle, dass er sich und seinem Team gern ersparen möchte. „Ich war erleichtert, dass das 4:1 noch gefallen ist“, gab Fischer zu.
Und wo er gerade völlig ehrlich ist, gibt er schon zu, dass ihm nach diesem guten Saisonbeginn ein klein wenig eine nach außen gut versteckte Last von den Schultern gefallen ist.. „Wenn du neu in eine Liga kommst, helfen dir positive Resultate. Ich müsste lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass ich ein klein wenig erleichtert bin“, sagte der 52-Jährige.

Wobei man ihn jetzt nicht falsch verstehen darf. Er hat mitnichten alles nur schlecht gesehen. Doch einen Hype, den kann er so gar nicht gebrauchen. „Ich fand es interessant zu sehen, wie die Mannschaft mit dieser Aufgabe umgegangen ist. Es war ein schwieriges Spiel. Und sie hat es bravourös gemeistert. Sie ist in gewisse Phasen des Spiels ruhig geblieben und schlugen dann eiskalt zu“, so dann doch sein Lob.

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