Trotz Auftaktsieg

Hertha-Trainer Pal Dardai fordert noch mehr Mut

Zugang Grujic soll helfen, das Offensivspiel zu verbessern.

Wolfgang Heise
Lesezeit 2 Min
Pal Dardai sah viel Gutes, aber auch einiges zu verbessern. 

Pal Dardai sah viel Gutes, aber auch einiges zu verbessern. 

© imago/Bernd König

Am Tag nach dem wichtigen ersten Sieg im Oberhaus und dem in der Rückrunde 2017/18 aufkommenden Heimkomplex (nur  ein Sieg im Olympiastadion gegen Absteiger Köln) schreitet Dardai gutgelaunt auf den Schenckendorffplatz. Eine große Last ist von ihm und dem Team abgefallen.

Vierter Sieg zum Saisonstart

„Klar bin ich happy. Wann haben wir das letzte Mal zu Hause gewonnen?  Das hat man mitgeschleppt. Da musst du Psychologe spielen und alles wieder hinbekommen.  Das musst du in den Köpfen umdrehen. Wir haben es hingekriegt. Hammer!“, sagt der Ungar.

Dardai redet nicht von seiner makellosen Auftaktbilanz. Es war der vierte Sieg zum Saisonstart.  Er ist mit seinen Gedanken schon einen Schritt weiter. Seine Schlussfolgerung nach den 90 Minuten gegen Nürnberg mit dem Goldenen Tor (27.) von Kapitän Vedad Ibisevic:  Ergebnis top, aber Spielweise noch lange nicht.

Loben und Mahnen

Dardai lobt und ermahnt zugleich: „Ich glaube, wir sind noch nicht mutig genug. Die erste Halbzeit hat mir gar nicht gefallen. In der zweiten Halbzeit war es so, wie es sein soll. Jeder hat richtig mitgemacht, nach vorne verteidigt, aggressive Balleroberung.“

Dardai geht dabei ins Detail, damit es jeder verstehen kann: „Im ersten Durchgang sind wir beim Pressing verrutscht. Da haben wir nicht gut im Mittelfeld verschoben. Das ist bei dem neuen System mit Dreier-Abwehrkette extrem wichtig. Daran müssen wir weiter arbeiten.“

Es wird eine Videoanalyse des Spiels in dieser Woche geben. Dardai beweist sich als starker Pädagoge: „Mit Videobildern kannst du die Spieler besser überzeugen als mit einer Taktiktafel. Da kann ich direkt zu den Spielern, wenn sie sich selbst sehen, sagen: ,Sei mutiger!‘“

Sonntag geht es nach Schalke. Da wird Neuzugang Marko Grujic, der gegen Nürnberg in Minute 88 eingewechselt wurde, wohl in der Startelf stehen. Dardai deutet es an: „Er ist mutig nach vorne gegangen. Er hat seine Idee durchgezogen. Ich glaube, wir brauchen ihn.“

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