Trendsport Klettern

Immer mehr Berliner wollen hoch hinaus

Platt wie ein Teppich ist die Stadt. Doch im Herzen tragen immer mehr Berliner die Berge: Der zweitgrößte Sportverein der Hauptstadt besteht aus Kletterern. Ein Besuch beim Deutschen Alpenverein.

BK
Lesezeit 3 Min

© Sabeth Stickforth Berlin Lizenz

Bloß festhalten ... Mona (31) hat viel Kraft in den Armen. „Die Muskulatur wird gefordert, ohne dass man aussieht wie typische Bodybuilder.“

Bloß festhalten ... Mona (31) hat viel Kraft in den Armen. „Die Muskulatur wird gefordert, ohne dass man aussieht wie typische Bodybuilder.“

© Sabeth Stickforth Berlin Lizenz

Schon als Kind kletterte Studentin Kaja Wille (18) auf jeden Baum. „Mein Traum ist, wie Reinhold Messner draußen an der Wand im Biwak zu übernachten.“

Schon als Kind kletterte Studentin Kaja Wille (18) auf jeden Baum. „Mein Traum ist, wie Reinhold Messner draußen an der Wand im Biwak zu übernachten.“

© Sabeth Stickforth Berlin Lizenz

Sportlehrer Bernhard Niebojewski (60) trainiert mit seiner Gruppe auf dem künstlichen Felsen am Teufelsberg.

Sportlehrer Bernhard Niebojewski (60) trainiert mit seiner Gruppe auf dem künstlichen Felsen am Teufelsberg.

© Volkmar Otto Lizenz

Sogar ein Gipfelkreuz hat der Kletterfelsen am Teufelsberg, wie ein echter Berg! Psychologin Mateja (30) erobert ihn in konzentrierten Klimmzügen.

Sogar ein Gipfelkreuz hat der Kletterfelsen am Teufelsberg, wie ein echter Berg! Psychologin Mateja (30) erobert ihn in konzentrierten Klimmzügen.

© Volkmar Otto Lizenz

Chef der Kletterhalle in Moabit ist Victor Lang (46). Von außen sieht die Halle aus wie ein modernes Wohnhaus.

Chef der Kletterhalle in Moabit ist Victor Lang (46). Von außen sieht die Halle aus wie ein modernes Wohnhaus.

© Sabeth Stickforth Berlin Lizenz

Den Auf- und Abstieg probieren Bergbegeisterte vor allem in der warmen Jahreszeit am Kletterfelsen des DAV am Teufelsberg. Klaus Kundt, mit 85 eines der älteren DAV-Mitglieder in Berlin, reibt sich die Hände mit Magnesiumpulver für einen grifffesten Aufstieg trocken und erinnert sich lächelnd: „Den haben wir West-Berliner 1970 eröffnet.“ Klettern in den Gebirgen auf damaligem DDR-Gebiet war damals für Bürger aus Westdeutschland nicht möglich.

Ein stillgelegter Bahndamm als Kletterherausforderung

Wo heute halblegal Kletterer zugange sind, verrät die Internetseite www.klettern-in-berlin.de. Aufregende Ort wie der Tunnel durch einen stillgelegten Bahndamm in der Wuhlheide sind dort zu entdecken. Schon sieben ganz legale Klettergelegenheiten von Hallen bis Garten bieten Höhenpartien in allen zwölf Schwierigkeitsgraden. Farbige, unterschiedlich kantige und runde Griffe, an die glatte Betonwand geschraubt, markieren die Auf- und Abstiege.

Sehr ruhig ist es beim Training, Klettern ist eine Sache höchster Konzentration. In der Halle des DAV in Moabit hält sich Mona (31), Managerin aus Reinickendorf, an den roten Griffen (Grad 9 – schwierig) fest. „Faszinierend ist die Kombination aus Kraft, Technik“, sagt sie und hakt das Sicherungsseil im Gurt ein. Mathestudentin Jana (19) schwärmt: „Mich reizt die geistige Herausforderung. Man muss die Möglichkeiten des Berges genau erkennen können.“

Sehr viel Körperkraft gehört dazu. Jana zieht sich am Campus-Board hoch. Von fingerspitzenschmal bis handflächenbreit sind die Stufen des Trainingsgeräts. Ihr komplettes Gewicht hängt nun an ihren Händen. „Klimmzüge sind für Kletterer ein Muss.“ DÜBB, Otto Stick

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema