Traurige Bilanz

So arm ist Marzahn wirklich

Laut neuem Sozialbericht lebt fast jeder Vierte im Bezirk von Hartz IV.

Marcus Böttcher
Lesezeit 2 Min
Zwar sank die Quote der Hartz IV-Bezieher in Marzahn-Hellersdorf, sie ist aber immer noch zu hoch.

Zwar sank die Quote der Hartz IV-Bezieher in Marzahn-Hellersdorf, sie ist aber immer noch zu hoch.

© AP

Laut jetzt veröffentlichtem Sozialbericht lebten Ende 2015 fast 14.500 Arbeitslose im Bezirk. Das sind rund 1300 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betrug 9,1 Prozent – Berliner Durchschnitt. Dramatischer sieht die Situation beim Thema Hartz IV aus. 48.500 Menschen sind derartige Leistungsempfänger, mit 23 Prozent ist das fast jeder Vierte.

Kopfzerbrechen bereitet den politisch Verantwortlichen im Bezirk nach wie vor die Kinderarmut. 39 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahre wachsen in Marzahn-Hellersdorf in Familien auf, die Hartz IV beziehen. Bei den unter 6-Jährigen ist der Anteil mit 41 Prozent sogar noch etwas höher – der vierthöchste Wert aller Bezirke.

Der von Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) veröffentlichte Bericht zeigt sogar die am schlimmsten von Armut betroffenen Straßen. Die höchste Hartz IV-Quote gibt es mit 47 Prozent in der Alten Hellersdorfer Straße, gefolgt von der Hellersdorfer Promenade (45 Prozent) und dem Boulevard Kastanienallee (42 Prozent). Dabei heißt Plattenbau aber nicht gleich arm – im Landsberger Tor lag die Quote bei 9 Prozent.

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