Erinnern Sie sich noch?

Trauer um DDR-Legende Marianne Wünscher: Warum der Ost-Star so früh gehen musste

Mit mehr als 140 Film- und Fernsehrollen prägte Marianne Wünscher die DDR-Unterhaltung. Ihr früher Tod bewegt viele Fans noch immer.

Foto von Autor/Autorin: Florian Thalmann
Lesezeit 5 Min
DDR-Legende Marianne Wünscher stand in etlichen Rollen vor der Kamera und auf der Bühne. Hier ist sie im DDR-Film „Männerwirtschaft“ zu sehen.

DDR-Legende Marianne Wünscher stand in etlichen Rollen vor der Kamera und auf der Bühne. Hier ist sie im DDR-Film „Männerwirtschaft“ zu sehen.

© Youtube

Viele Stars, die zu DDR-Zeiten im Osten Karriere machten, sind heute nicht mehr da – doch vergessen werden sie nicht. Das Beispiel von Marianne Wünscher zeigt das besonders deutlich: Die Schauspiel-Legende starb im August 1990, also vor 36 Jahren. Und doch erinnern sich viele, die sie von früher aus dem Fernsehen und aus Filmen kannten, noch heute an den DDR-Star, der die Bühne des Lebens viel zu früh verlassen musste. Wir erinnern an Marianne Wünscher und die Filme, die sie bekannt, berühmt und beliebt machten.

DDR-Legenden bleiben nach ihrem Tod unvergessen

Dass die Legenden der DDR auch viele Jahre nach ihrem Tod nicht vergessen werden, zeigen aktuell Beiträge auf Facebook. Auf mehreren Seiten, auf denen es um die Stars des Ostens geht, wird an den viel zu frühen Tod von Marianne Wünscher erinnert – und auch 36 Jahre danach macht der Abschied von der Schauspiel-Legende viele traurig.

„Sie war eine tolle Schauspielerin. Ich mochte sie sehr“, schreibt eine Frau. „Unvergessen als Tante Elsi in ,Aber Vati‘. Auch in ,Rentner haben niemals Zeit‘ hat sie mal mitgespielt.“ Eine andere Zuschauerin kommentiert: „Eine wunderbare Schauspielerin. Ich mochte sie sehr. Sie verkörperte ihre Rollen meisterhaft.“

Ein Mann schreibt: „Sie war eine absolute Spitzenschauspielerin, habe sie immer gern gesehen!“ Auch er lobt ihre Auftritte der Schauspielerin aus der DDR in „Aber Vati“ als Schwester von Erik S. Klein. „Er ist ja leider auch, wie sie, viel zu früh von der Bühne abgetreten!“

Eine Frau kommentiert: „Sie war eine hervorragende, wunderbare, vielseitige Schauspielerin, egal in welcher Rolle! Gott sei Dank bleibt sie uns in vielen DEFA-Filmen erhalten und wir können sie immer sehen.“ Und in einem Kommentar heißt es: „Unvergessen, was für großartige Schauspieler wir hatten. Sie wird in den Herzen der Menschen bleiben, die sie erleben durften.“ Auch Jahrzehnte nach ihrem Tod wird Marianne Wünscher vermisst.

Marianne Wünscher auf einer alten Autogrammkarte aus der DDR-Zeit. Die Schauspielerin machte sich als Charakterdarstellerin einen Namen in Film, Fernsehen und Theater.

Marianne Wünscher auf einer alten Autogrammkarte aus der DDR-Zeit. Die Schauspielerin machte sich als Charakterdarstellerin einen Namen in Film, Fernsehen und Theater.

© Archiv

Aber: Wer war die Schauspielerin, die die Menschen noch heute fasziniert? Marianne Wünscher wurde im Jahr 1930 in Berlin geboren und nahm nach der Grund- und Oberschule Schauspielunterricht.

Sie arbeitete nebenbei als Sprecherin für Nachrichten und Hörspiele beim Berliner Rundfunk. Nach dem Ende der Ausbildung kam die junge Schauspielerin zu ersten Theaterrollen, etwa am Deutschen Theater in Berlin und später am Theater am Schiffbauerdamm sowie an der Volksbühne.

Marianne Wünscher im berühmten DDR-Film „Geliebte weiße Maus“ aus dem Jahr 1964. Der Streifen der DEFA war ein absoluter Hit.

Marianne Wünscher im berühmten DDR-Film „Geliebte weiße Maus“ aus dem Jahr 1964. Der Streifen der DEFA war ein absoluter Hit.

© DEFA-Stiftung/Youtube

1953 stand Marianne Wünscher erstmals vor der Kamera

Auch zum Fernsehen kam sie früh: Bereits im Jahr 1953, also im Alter von 23 Jahren, spielte Marianne Wünscher im Film „Der Heiratsantrag“ erstmals in einem Streifen fürs Fernsehen mit. Schon ein Jahr später war sie auf der Kinoleinwand zu sehen, als sie in „Kein Hüsung“ mitwirkte.

Es folgten zahlreiche Filmproduktionen, darunter „Kabale und Liebe“, „Die schöne Lurette“ und der Kriminalfilm „Tanz am Sonnabend – Mord?“. Ein richtig großer Erfolg wurde die Komödie „Geliebte weiße Maus“, in der sie an der Seite von Komiker und Schauspieler Rolf Herricht sowie Gerd Ehlers vor der Kamera stand. Der Film machte sie einem noch breiteren Publikum bekannt. 1972 wirkte sie dann bei „Der Mann, der nach der Oma kam“ mit, einem weiteren Komödien-Hit aus den heiligen Hallen der DEFA.

Mit „Aber Vati“ wurde sie DDR-Fernsehkünstlerin des Jahres

Nach ihrem Auftritt in der Komödie „Aber Vati“ wurde sie als DDR-Fernsehkünstlerin des Jahres ausgezeichnet – einer von mehreren Preisen neben dem Kunstpreis der DDR und dem Nationalpreis der DDR. Es folgten viele weitere Engagements, unter anderem für die Reihe „Der Staatsanwalt hat das Wort“ und für die Vorabendserie „Rentner haben niemals Zeit“.

Marianne Wünscher bei einem Fototermin im Jahr 1974. Die Schauspielerin starb bereits im Jahr 1990 an den Folgen ihrer Krebserkrankung.

Marianne Wünscher bei einem Fototermin im Jahr 1974. Die Schauspielerin starb bereits im Jahr 1990 an den Folgen ihrer Krebserkrankung.

© Werner Schulze/imago

Insgesamt kam Marianne Wünscher im Laufe ihrer beeindruckenden Karriere auf mehr als 140 Film- und Fernsehproduktionen. Außerdem arbeitete sie als Sprecherin für Hörspiele und lieh unter anderem der Figur Marianne Neumann in „Neumann, zweimal klingeln“ bei Radio DDR ihre Stimme.

Die zahlreichen Produktionen, an denen sie mitwirkte, sind heute das, was ihren Fans bleibt. Denn Marianne Wünscher musste die Bühne des Lebens viel zu früh verlassen. Sie erkrankte an Krebs und starb am 9. August 1990. Marianne Wünscher erlebte also nicht einmal die deutsche Wiedervereinigung.

Die beliebte Schauspielerin wurde nur 59 Jahre alt. Die DDR-Legende wurde auf dem Friedhof Pankow in Niederschönhausen beigesetzt.

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