Finanzboss Ingo Schiller war in verbaler Topform als er seine Rede hielt. Sonst erklärt er eigentlich nur mit viel Akribie die Etatzahlen. Diesmal nutzte er die Zeit auf dem Podium und holte weit aus. Plötzlich war er bei den Papstwahlen. 2005 und 2013. Auf der Videowand im Saal zeigte er ein Foto am Petersdom, eine Menschenmenge, nur ein Handy ist zu sehen. Acht Jahre später bei der Wahl Franziskus’ zeigt das Bild ein Lichtermeer von Smartphones.
Den Mitgliedern wurden die Stadionpläne bei Versammlung erklärt.
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„Da liegen nur ein paar Jahre dazwischen , aber alles hat sich rasant geändert. Dem kann man sich nicht verschließen. Deswegen haben wir uns entschlossen, im Verein die Digitalisierung voranzutreiben“, erklärte Schiller.
Hassbanner gegen Keuter
Später ergänzte Manager Michael Preetz: „Digitalisierung betrifft nicht nur sie sozialen Netzwerke. Sie betrifft alle Ebenen im Verein, in jedem Bereich. Auch bei den Mannschaften. Wir haben eine SAP-Software für die Trainingssteuerung.“ Selbstverständlich nahm Preetz auch Herthas Digital-Chef Paul Keuter in Schutz: „Paul Keuter genießt hohe Wertschätzung im Verein.“
Keuter ist in der Hardcore-Fanszene nicht nur umstritten, bei einigen ist er schon ein Feindbild. Hass-Banner gegen ihn waren bei den Heimspielen zuletzt häufig in der Ostkurve zu sehen. Das ist Gift für die Vereinsharmonie.
Bedürfnisse der Fans berücksichtigen
Aufsichtsratsboss Bernd Schiphorst (75) warb auch um Verständnis für den digitalen Wandel: „Wenn wir das nicht tun, verpennen wir die Zukunft. Wir müssen Sie, die Mitglieder, mitnehmen. Das wird ein langer Prozess.“ Schiphorst selbst wurde von den Mitgliedern abgewatscht und erst im zweiten Wahlgang im Amt bestätigt. Der Aufsichtsratsboss war verantwortlich für die 125-Jahr-Feier vergangenen Sommer. Viele Fans fühlten sich dabei zu wenig eingebunden.
Immerhin: Es soll wieder miteinander geredet werden. Schiller führte die Bauplanung des neuen Stadions an, dass die Anhänger mitreden sollen. „Wir werden eine Dialog-Veranstaltung machen und wollen die Bedürfnisse der Fans beim Bau berücksichtigen.“ Ein guter und wichtiger Schritt.
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