Tierschützer werfen einem brandenburgischen Legehennenbetrieb mit Bodenhaltung katastrophale Zustände vor. Aufnahmen aus der Anlage, die die Organisation Animal Equality in Kooperation mit Spiegel Online veröffentlichte, zeigen zahllose kranke und auch tote Tiere in teilweise fortgeschrittenem Verwesungszustand. Sie sollen direkt mit den Eiern in Kontakt gekommen sein, die in zahlreichen deutschen Discountern verkauft werden, so der Vorwurf der Tierschützer.
Laut Spiegel Online handelt es sich bei dem Betrieb um den Ehlego Landhof in Neuhausen (Spree), somit um einen der größten Eierproduzenten in Deutschland.
Gravierende Hygienemängel
Ein Video und Fotos, die vor zwei Monaten entstanden seien sollen, zeigen eine stark verschmutzte Anlage und kotverschmierte Hennen. Sie sind großflächig kahl und haben Wunden. Zwischen Bergen an Dreck liegen zahlreiche tote Hennen, die auch mit Eiern in Berührung kommen.
Der Vorwurf der Tierschützer: Ohne gewaschen zu werden, gehen diese Eier direkt ins Supermarktregal. Mit Marken wie Edeka, Rewe und Marktkauf wirbt das Unternehmen auf der eigenen Website, die sich am Donnerstagmorgen im „Wartungsmodus“ befand.
Ohne gewaschen zu werden, gehen die "frischen" Eier direkt ins Supermarktregal. Das Unternehmen wirbt auf der eigenen Website mit Edeka, Marktkauf und Rewe.
© Animal Equality Germany
Animal Equality will Betrieb anzeigen
„Die Tiere weisen massive Schäden auf, die Qualen und Schmerzen auch im Sinne des Tierschutzgesetzes zur Folge haben”, sagt Dr. Claudia Preuß-Ueberschär vom Verein Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft in der Pressemitteilung.
Seit dem Verbot konventioneller Käfighaltung im Jahr 2009 produziere der Großbetrieb in Brandenburg ausschließlich in Bodenhaltung, heißt es weiter.
Animal Equality will den Betrieb auf Grundlage der Aufnahmen zur Anzeige bringen. „Wenn man das Tierschutzgesetz und die Staatszielbestimmung Tierschutz ernst nimmt, gehören solche Betriebe geschlossen”, sagt Preuß-Ueberschär.
Nach Informationen des rbb kann das zuständige Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße die Vorwürfe nicht bestätigen. Dort würden regelmäßig Kontrollen durchgeführt. Auch das Unternehmen selbst weist die Vorwürfe zurück und prüft nun strafrechtliche Schritte gegen die Tierschützer.
(BK)
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