Wer Italien im Kopf hat, aber keine Lust auf Flughafen-Chaos, fährt einfach in den Süden Sachsen-Anhalts: Zwei Stunden von Berlin ziehen sich Weinberge in Terrassen die Hänge über der Unstrut hinauf – dazwischen Trockenmauern, kleine Weinberghäuschen und Burgen über dem Tal. Kein Wunder, dass die Region „Toskana des Ostens“ oder „Toskana an der Unstrut“ genannt wird. Im Zentrum liegt das Weinstädtchen Freyburg.
Weinberge, so weit das Auge reicht
Rund um Freyburg in Sachsen-Anhalt überziehen Reben die Hügel über dem Unstruttal – eine Kulturlandschaft, die man am besten zu Fuß oder per Rad erobert. Auf Themenwegen wie dem Weinlehrpfad geht es mitten durch die Weinberge, unten im Tal führt der Unstrut-Radweg gemütlich am Fluss entlang.
Immer dabei: der weite Blick über die Hänge. Ein Klassiker ist der Herzogliche Weinberg mit Blick hinauf zu Schloss Neuenburg.
Die Burg selbst thront über der Stadt und gehört zur „Straße der Romanik“. Vom Ort aus ist man in rund einer halben Stunde zu Fuß oben – der Ausblick ins Tal ist den Anstieg wert.
Blick auf das Schloss Neuenburg, eine Höhenburganlage in Freyburg.
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Fachwerk und mittelalterliche Gassen
Freyburg selbst ist ein Bilderbuch-Winzerstädtchen: verwinkelte Gassen, sanierte Fachwerkhäuser, eine fast vollständig erhaltene Stadtbefestigung. Sehenswert ist die spätromanische Stadtkirche St. Marien. Für alles Weitere lohnt eine der Stadtführungen, die an der Stadtinformation am Markt starten.
Die Altstadt von Freyburg mit Mittelalter-Flair. Die Kirchstraße und die St. Marien Kirche.
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1000 Jahre Wein – und der bekannteste Sekt Deutschlands
Weinbau hat hier eine mehr als tausendjährige Tradition. Trotz der nördlichen Lage gedeihen dank des Mikroklimas in den engen Flusstälern viele Rebsorten – gekeltert wird vorwiegend trocken.
In der Winzervereinigung Freyburg haben sich mehr als 300 Winzer zusammengeschlossen; im Barockgewölbe kann man probieren und kaufen, Kellerführungen gibt es ebenfalls.
Und dann ist da noch Rotkäppchen: Seit 1856 wird in Freyburg Sekt produziert. Die Rotkäppchen-Erlebniswelt öffnet ihre historischen Keller für Führungen und Verkostungen – Höhepunkt ist das riesige Cuvéefass.
Der 1896 entstandene Domkeller der Rotkäppchen Sektkellerei mit dem größten Cuvéefass Deutschlands.
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Abstecher: der Dom von Naumburg
Nur wenige Kilometer entfernt liegt Naumburg. Der dortige Dom ist seit 2018 UNESCO-Welterbe – berühmt vor allem für die zwölf Stifterfiguren des unbekannten „Naumburger Meisters“, allen voran die Uta. Naumburg eignet sich auch gut als Übernachtungsbasis.
Ekkehard und Uta, die berühmten mittelalterlichen Statuen im Naumburger Dom.
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Service: So kommen Berliner hin
Anreise: Mit der Bahn ab Berlin in gut zwei Stunden bis Naumburg (Saale), von dort geht es mit der Unstrutbahn im Stundentakt weiter nach Freyburg (Fahrzeit rund 15 Minuten).
Mit dem Auto über die A9, Abfahrt Naumburg, dann auf der B180 Richtung Freyburg. Vor Ort ist alles zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.
Termin-Tipp: Das Freyburger Winzerfest, das größte Weinfest Mitteldeutschlands, steigt traditionell am zweiten September-Wochenende – 2026 also vom 11. bis 13. September.
Höhepunkte: die Krönung der neuen Weinhoheit und der Festumzug am Sonntag. Achtung: Für die Innenstadt wird während des Festes ein Eintrittsbändchen benötigt.
Infos und Buchung: Tourist-Information Freyburg (Freyburger Fremdenverkehrsverein e.V.), Markt 2, 06632 Freyburg (Unstrut), Telefon 034464 27260, www.freyburg-tourismus.de Für die ganze Region: www.saale-unstrut-tourismus.de
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