Prozess

Todessturz in Fennpfuhl: 36-Jähriger wegen Raubes mit Todesfolge angeklagt

Eine Mutter stirbt nach einem Sturz aus dem neunten Stock, vier Maskierte sollen in der Wohnung gewesen sein. Jetzt muss sich ein Mann vor Gericht verantworten.

Foto von Autor/Autorin: Tanja Tal
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Der Angeklagte Rudolpi D. muss sich wegen Raubes mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Der Angeklagte Rudolpi D. muss sich wegen Raubes mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

© Olaf Wagner

Sie stürzte neun Stockwerke in die Tiefe. Ein Horror: Die Hände der 56-jährigen Mutter waren gefesselt, ihr Mund mit Panzertape verklebt.

Flucht aus Panik Richtung Fensterbank

Das Todesdrama in Fennpfuhl. Warum musste Thu Hoai N. sterben? Lange liefen die Ermittlungen einer Mordkommission. Bis sich verdichtete: Brutale Räuber hofften wohl auf fette Beute bei der Frau. In Panik und Verzweiflung floh sie Richtung Fensterbank.

Opfer soll dem Glücksspiel zugeneigt gewesen sein

Die Frau lebte zwar nach außen sehr bescheiden in einem Hochhaus an der Bernhard-Bästlein-Straße. Eine Nachbarin (90): „Die Frau wohnte seit Jahren im Haus, war immer nett und freundlich. Ich hatte nicht den Eindruck, dass da viel Geld war.“

Der 36-Jährige wird beschuldigt, am Tod einer 56 Jahre alten Mutter beteiligt gewesen zu sein.

Der 36-Jährige wird beschuldigt, am Tod einer 56 Jahre alten Mutter beteiligt gewesen zu sein.

© Olaf Wagner

Doch Gerüchte kursierten und brachten sie mit illegalem Glücksspiel in Verbindung. Sie verleihe Bargeld und habe regelmäßig größere Summen zu Hause, wurde wohl in Zocker-Runden gemunkelt.

Was die Anklage dem 36-Jährigen vorwirft

Ein Mann aus Georgien sitzt nun auf der Anklagebank: Rudolpi D. (36). Festgenommen am 30. Dezember 2025 – rund ein Jahr nach dem Todessturz der zweifachen Mutter. Sichergestellte DNA-Spuren an einem Klebeband sollen ihn belasten. Die Anklage lautet auf Raub mit Todesfolge und gefährliche Körperverletzung.

4. Dezember 2024. Thu Hoai N. war mit ihrem Sohn (20) in ihrer Wohnung im neunten Stock. Gegen 7.20 Uhr drangen laut Anklage vier maskierte Männer ein, fesselten den Sohn mit Panzertape, schleppten ihn ins Wohnzimmer. Ein Messer und eine Schusswaffe waren laut Ermittlungen im Spiel.

Angeklagter schweigt zum Auftakt

Die Gangster prügelten auf den Sohn ein: „Wo ist der Safe?“ Er verneinte. Sie durchsuchten Schränke, Schubladen. Auch die Mutter wurde gefesselt und geknebelt. Ringe wurden ihr von den Fingern gezogen. Weitere Schläge gegen den Sohn. Die Anklage: „Er fiel gegen die Bettkante, verlor das Bewusstsein.“

Die Mutter floh ins Wohnzimmer. Die Staatsanwältin ist überzeugt: „Aus großer Furcht um ihr Leben sprang sie aus dem geöffneten Fenster.“ Thu Hoai N. starb um 8.38 Uhr. Rudolpi D. hörte die Vorwürfe schweigend. Sein Verteidiger: „Zunächst keine Angaben.“ Fortsetzung: 13. August.

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