München

Tod am Free-Fall-Turm auf dem Oktoberfest: Polizei sucht jetzt Videos vom Unfall

Der Mann hielt sich wohl in einem Bereich auf, den er nicht betreten durfte. Rings um die Absperrung lief das Fest weiter, Seelsorger betreuten die Augenzeugen.

Foto von Autor/Autorin: Tobias Esters
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Polizeibeamte und Rettungskräfte sind an einem Unfallort im Einsatz.

Polizeibeamte und Rettungskräfte sind an einem Unfallort im Einsatz.

© Felix Hörhager/dpa

Horror-Start auf dem Münchner Oktoberfest: Mitten im laufenden Festbetrieb sperrt die Polizei am Montagabend den Bereich um einen Free-Fall-Turm ab. Ein 52 Jahre alter Mitarbeiter ist von Teilen der Anlage getroffen worden, Rettungskräfte reanimieren ihn noch vor Ort. Jetzt sucht die Kriminalpolizei Videoaufnahmen vom Unfall.

Der Mann arbeitete an dem Fahrgeschäft. Mit lebensgefährlichen Verletzungen kam er in eine Klinik. Dort starb er. Das Fahrgeschäft ist der Free-Fall-Turm „Hangover", wie die Abendzeitung in ihrem Live-Ticker berichtet. Nach Angaben des Polizeipräsidiums München hielt sich der Mann vermutlich in einem Bereich auf, den er nicht betreten durfte. Dort traf ihn ein Teil des Fahrgeschäfts, möglicherweise wurde er eingequetscht.

Die Fahrgäste waren nach Polizeiangaben zu keiner Zeit in Gefahr. Seelsorger und Notfallhelfer eines Kriseninterventionsteams betreuten die Augenzeugen noch auf dem Festgelände, während ringsum das Fest weiterlief.

Zwei Zwischenfälle am Eröffnungssamstag: „Predator" und „XXL Racer"

Es ist nicht der erste Zwischenfall an einem Fahrgeschäft seit dem Start am Samstag. Beim Überkopf-Fahrgeschäft „Predator" stoppte ein Sensor die Anlage. Zwei bis fünf Minuten hingen die Gäste kopfüber fest.

Der Sensor wurde getauscht, ein Sachverständiger prüfte die Anlage erneut und fand keinen Fehler. Noch am selben Abend war das Fahrgeschäft wieder freigegeben.

Ebenfalls am Eröffnungssamstag blieb der „XXL Racer" stehen: Acht Fahrgäste saßen in rund 55 Metern Höhe fest. Ein Signal war gestört, sagt die Pressestelle des Oktoberfests. Verletzt wurde niemand.

Auf dem Oktoberfestgelände in München war es an einem Fahrgeschäft zu einem Unfall gekommen.

Auf dem Oktoberfestgelände in München war es an einem Fahrgeschäft zu einem Unfall gekommen.

© Felix Hörhager/dpa

Am 16. September 2024 erfasste beim Aufbau der Wiesn die Gondel einer Achterbahn einen 20-jährigen Arbeiter. Er starb im Krankenhaus. Dieselbe Achterbahn, das „Olympia Looping", kostete im April 2022 bei einem Gastspiel im Wiener Prater eine 30-jährige Mitarbeiterin das Leben.

Am 30. September 1996 fuhren auf dem Oktoberfest zwei Züge der Achterbahn „Euro Star" ineinander, mehr als 25 Menschen wurden verletzt. Gegen einen TÜV-Prüfer erging später ein Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Kommissariat 13 sucht Zeugen und Videos vom Unfall

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen, zuständig ist das Kommissariat 13 des Polizeipräsidiums München. Die Beamten suchen Zeugen und bitten ausdrücklich um Videoaufnahmen vom Unfallgeschehen. Wer am Montagabend am Free-Fall-Turm war und etwas gesehen oder gefilmt hat, soll sich melden.

Der Bereich um den Turm war während des Rettungseinsatzes abgesperrt. Das 191. Oktoberfest hat am Samstag begonnen, es dauert 16 Tage und endet am 4. Oktober.

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