War es die Unerfahrenheit oder der Wahn, unbedingt eine Trophäe zu ergattern? Gegenüber der Polizei sagte Alexander R., er dachte, ein Wildschwein würde aus dem Maisfeld kommen. Versichert hatte er sich offenbar nicht (Kasten unten). Das Projektil durchschlug einen Oberarm der schönen Polin Katharina K. (23) und tötete ihren Arbeitskollegen Norman G. (31) aus Schönwalde-Glien, als beide ihr Abenteuer heimlich auslebten.
Seitdem ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Tötung, nahm den 30-jährigen Bauunternehmer aus Brieselang vorläufig fest und beschlagnahmte alle seine Waffen. Seit Donnerstagnachmittag ist er wieder auf freiem Fuß. „Es besteht keine Fluchtgefahr“, sagt Potsdams Staatsanwaltssprecher Nils Delius. Zuvor hatten Ermittler den Chef einer Bau- und Recyclingfirma stundenlang verhört, um herauszufinden, ob er doch ein Motiv hatte. Delius: „Es gibt keine Anhaltspunkte, dass sie sich kannten.“
Bauunternehmer Alexander R. hat erst in diesem Jahr seinen Jagdschein gemacht. Er verwechselte Wildschwein mit einem Liebespaar.
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Kollegin Katharina K. (23) wurde im Arm getroffen. Die Polin muss ein zweites Mal operiert werden.
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Gabelstapler-Fahrer Norman G. (31) wurde Opfer eines tödlichen Irrtums. Nach der Arbeit in der Champignon-Farm hatte er sich mit seiner Kollegin und Geliebten Katharina in diesem Maisfeld zum Schäferstündchen getroffen.
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Der gewiefte Geschäftsmann und Vater von zwei Kindern hatte schon immer eine Vorliebe für die Jagd. Nach KURIER-Informationen ist es die erste Saison, in der er offiziell jagen durfte.
Während Alexander R. seit Freitag versucht, in den Alltag zurückzufinden, machten Angehörige und Vereinskameraden von Todesopfer Norman G. ihre Trauer öffentlich. Der Fußballverein SV Blau Weiß Groß Behnitz schrieb am Freitag auf ihrer Facebook-Seite über ihren verstorbenen Stürmer: „Du wirst uns fehlen, ich mochte dich auf dem Platz, und ich mochte deine locker introvertierte Art außerhalb des Spielfeldes. Das Loch das jetzt da ist, ist riesengroß.“
Deutschlands Tierrechtsorganisation PETA fordert jetzt: „Ein Verbot der Hobby-Jagd! Der Fall in Nauen zeigt wieder einmal: Bei Hobbyjägern besteht Gefahr für Mensch und Tier.“
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