Wieso bekommt ausgerechnet ein Film, der in Connecticut und London spielt und in dem kein Wort Deutsch gesprochen wird, Gelder von der Filmförderung? Für das gefloppte Hollywood-Remake „Head Full of Honey“ von Til Schweigers „Honig im Kopf“ sind 4,6 Millionen Euro an Filmfördergeldern geflossen, darunter auch 600.000 Euro vom Medienboard Berlin-Brandenburg.
Kritik kommt vom Hamburger CDU-Abgeordneten Dietrich Wersich: „Es bewerben sich so viele Filme um die knappen Gelder. Wieso bekommt ausgerechnet dieses Remake so viel Geld?“ Immerhin hatte Schweiger schon 2014 für das deutsche Original Hunderttausende Euro Filmförderung bekommen. In US-Kritiken wurde der Streifen als „desaströs“ bezeichnet, in Großbritannien als „Fiasko“. Und an den Kassen floppte er. „Head Full of Honey“ funktionierte 2018 überhaupt nicht. Dabei sahen 2014 in Deutschland fast acht Millionen Menschen das Original „Honig im Kopf“. Til Schweigers erfolgreichster Film!
Dietrich Wersich (CDU): „Hat er es dann wirklich so nötig, Fördergelder einzustreichen?“
Dass Til Schweiger damals Geld von der Filmförderung bekam, unterstützt Wersich. „Aber ich verstehe nicht, wieso dann für das Remake noch einmal Geld fließt.“ Übrigens spendierte die Filmförderung zudem auch noch 450.00 Euro Verleihförderung an Warner Brothers. Dabei kommen deutsche Schauspieler allenfalls in Kleinstrollen vor. So etwa Veronica Ferres in einem Kurzauftritt als Frau im Zug. Daher fordert Wersich, dass Filmförderung in Zukunft auf Erstproduktionen mit überwiegendem Produktionsschwerpunkt in Deutschland fließen sollte.
Nicht zu vergessen: Til Schweigers „Honig im Kopf“ war so erfolgreich, dass er allein in Deutschland 60 Millionen Euro einspielte. Da fragt sich auch Wersich: „Hat er es dann wirklich so nötig, für das Remake noch einmal die ohnehin knappen Fördergelder einzustreichen?“ Im Frühjahr dieses Jahres lief der US-Aufguss mit Nick Nolte und Matt Dillon auch in Deutschland an. Wie nicht anders zu erwarten, wollte kaum jemand den Film sehen.
Dieser Artikel erschien zuerst in der Mopo.
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