Tierschützer klagen an

Der Friedhof der gequälten Waschbären

Ein Jäger soll neun der putzigen Tiere erschlagen haben.

Philippe Debionne_richtig
Lesezeit 2 Min
Ein Bild, das viele Menschen traurig und wütend macht: Die totgeschlagenen Waschbären liegen bei Niedergörsdorf in einer Grube.

Ein Bild, das viele Menschen traurig und wütend macht: Die totgeschlagenen Waschbären liegen bei Niedergörsdorf in einer Grube.

© PETA

„Bereits im Frühjahr 2019 machten Spaziergänger bei Niedergörsdorf in Brandenburg den grausamen Fund“, so eine PETA-Sprecherin. „Nahe dem Ortsteil Altes Lager lagen mehrere tote Waschbären in einer Grube im Wald, einige davon waren bereits teilweise verwest.“ Blutige Wunden an den Köpfen der Tiere – so die Augenzeugen – deuteten auf den grausamen Tod hin, den sie erleiden mussten: Sie wurden offenbar brutal mit einem Knüppel erschlagen.

Tier in Milchkanne eingesperrt

Doch damit nicht genug: Ein weiterer Waschbär wurde nach PETA-Angaben wenige Meter entfernt in einer alten Milchkanne eingesperrt gefunden, aus der es kein Entkommen gab – er starb offenbar elendig in der rostigen Kanne. Unweit der Grube mit den Waschbären fanden die Augenzeugen zudem eine mit Tannenzweigen verdeckte Lebendfalle. An einem Baum in unmittelbarer Nähe sei weiterhin eine auf die Falle gerichtete Kamera installiert.

Eine Tierschützerin zeigt das in einer Kanne entdeckte tote Tier.

Eine Tierschützerin zeigt das in einer Kanne entdeckte tote Tier.

© PETA

Einem Medienbericht zufolge habe ein ortsansässiger Jäger nach dem Fund erklärt, er sei zwar für die toten Waschbären verantwortlich, habe die Tiere aber – wie im Jagdrecht zulässig – mit einem Schrotgewehr erschossen und dann lediglich im Wald zwischengelagert. Diese Version glauben die Tierschützer von PETA nicht: „Den Augenzeugen zufolge wiesen die Tierleichen keinerlei Schusswunden auf.“

Schmerzvoller und langsamer Tod

Daher sei „davon auszugehen, dass der Jäger gegen das Tierschutz- und Jagdgesetz verstoßen hat“. Das Jagen von Waschbären ist zwar in Deutschland ganzjährig erlaubt, nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes dürfen Tieren aber „keine erheblichen oder länger anhaltenden Schmerzen oder Leiden“ zugefügt werden. „Das Erschlagen mit einem Knüppel und das Einsperren in eine Milchkanne bedeuten aber ganz klar einen schmerzvollen und langsamen Tod für die Tiere“, so PETA.

Zudem sei „das Erschlagen von Tieren nach geltendem Jagdrecht keine zulässige Jagdmethode“. Die Tierschützer haben den Jäger nun angezeigt und fordern, dass er „angemessen bestraft und ihm der Jagdschein entzogen wird“.

Die PETA-Mitarbeiterin Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere, sagt zudem: „Der Hass der Jäger auf die Waschbären macht uns sprachlos. Die Art, wie der Jäger diese grausame Tat in der Öffentlichkeit auch noch verteidigt, zeigt, wie wenig Mitgefühl und Achtung Jäger vor fühlenden Lebewesen haben.“ 

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