Wellington - "Sieg für die Wale im Südpolarmeer! Die japanische Walfangflotte ist abgezogen, wenigstens für diese Saison." Auf der Internetseite der Umweltorganisation "Sea Shepherd" steht die Erfolgsmeldung ganz oben. Die wild entschlossenen Aktivisten haben japanischen Walfängern mit ihrer aktuellen Kampagne "No Compromise" die bisher größte Niederlage zugefügt.Mit ihren drei Booten, der "Bob Barker", der "Steve Irvin" und dem Hochgeschwindigkeits-Trimaran "Gojira" waren die "Sea Shepherd"- Leute den Walfängern in ihren Harpunen-Schiffen seit ihrem Auslaufen im Dezember immer wieder dicht auf den Pelz gerückt. Verfolgungsjagden, Störmanöver und Angriffe mit Stink- und Säurebomben - wegen der "wiederholten Übergriffe" erklärte Japans Fischereiagentur nun die diesjährige Fang-Saison für beendet und rief die Waljäger-Flotte vorzeitig zurück. Noch bis März hätte sie vor der Antarktis kreuzen sollen, um 985 Wale - so die diesjährige Quote - "zu Forschungszwecken" abzuschlachten.Stimmen die Angaben von "Sea Shepherd", konnten die umlagerten Jäger in dieser Saison aber nur 30 bis 100 der Meeressäuger harpunieren.Ein Riesen-Erfolg für die Organisation, die sich seit ihrer Gründung 1977 als Sheriff der Meere versteht, und auch vor dem Versenken illegaler Walfänger nicht zurück schreckt.Zuletzt machten die Wächter der Meere 2010 Schlagzeilen, als eines ihrer Schiffe von einem Harpunen-Boot gerammt und versenkt wurde. Nur wenige Tage später war der Kapitän der "Ady Gil" verhaftet worden, weil er versucht hatte, das Harpunen-Schiff per Jetski zu entern.Die Schiffe der amerikanischen Tierschützer-Organisation sind unter schwarzer Totenkopf-Flagge auf den Weltmeeren unterwegs. Ihre Mitglieder schreiben sich eine deutlichhärtere Gangart als andere Umweltorganisationen, wie zum Beispiel Greenpeace, auf die Fahnen. Seit sieben Jahren liefern sie sich im Südpolarmeer immer erbittertere Seekriege mit den japanischen Walfängern.Unterdessen mehren sich in Japan, das neben Norwegen und Island eine der großen Walfang-Nationen ist, die Stimmen gegen das Walschlachten, der Absatz von Walfleisch geht zurück. Auch der internationale Druck gegen den Walfang wächst.Ab Mai verhandelt der Internationale Gerichtshof über eine Klage Australiens gegen Japans Walfang-Praxis. "Ich bin froh, dass die Saison vorbei ist. Und Australien findet, dass es nie wieder eine Walfangsaison geben sollte", so Australiens Umweltminister Tony Burke.Der Sieg der Umwelt-Piraten nährt die leise Hoffnung, dass die Walfang-Saison 2011 als diejenige in die Geschichte eingeht, in der der letzte Wal in antarktischen Gewässern getötet wurde.------------------------------
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