Das Drama begann am Sonntag. Knieriem schaute mit Frau Jessica im Tierpark bei Eisbär Fritz vorbei. „Es fiel auf, dass er sehr müde wirkte“, so der Tierpark-Chef. Das Jungtier bekam Medikamente. Doch als Tonja Fritz wieder säugte, schien die Sorge erst mal gebannt.
Am Montag um 8 Uhr wurde es schlimmer. Fritz lag auf der Seite, schrie. „Er hatte Bauchkrämpfe“, sagt Knieriem. Der Eisbär-Junge wurde sofort im benachbarten Wildtierforschungsinstitut IZW gebracht. Dort gibt es moderne Geräte, an denen Fritz untersucht wurde. „Die Befunde ergaben nichts Eindeutiges. Auffällig waren nur die hohen Leberwerte und eine massiv vergrößerte Leber“, sagt Knieriem. Fritz kam danach in die Tierklinik im Tierpark. 19.30 Uhr begann der Todeskampf.
Tierpark-Chef Knieriem bei Eisbär Fritz.
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Der Eisbär wurde beatmet, bekam Herzdruckmassagen. Doch nichts half. Fritz starb um 20 Uhr. „So eine dramatische Entwicklung innerhalb von zwölf Stunden habe ich noch nie erlebt“, sagt Knieriem. „Es ist schlimm, wenn man als Tierarzt nicht helfen kann, weil man die Krankheitsursache nicht kennt.“ Von 9 bis 11.30 Uhr wurde Fritz gestern obduziert. Die Experten konnten vorerst nur den Leberzerfall feststellen. „Wir hätten Fritz nicht retten können“, sagt Knieriem.
„Fritz wird nicht ausgestopft!“
Jetzt beginnt die Suche nach den Ursachen, und die wird Wochen dauern. Knieriem hält Viren oder giftige Stoffe für möglich. Letztere könnten aber nur in der Höhle gewesen sein. Wie sie dahin kamen? „Es gibt immer kriminelle Energie“, sagt Knieriem. „Unbefugte könnten sich trotz Wachschutz Zugang verschafft haben. Ich hoffe aber, dass ich dies ausschließen kann.“
Ein Eisbär aus Plüsch, der als Fritz hätte verkauft werden sollen.
© Sabeth Stickforth
Ob der Tierpark weiter Eisbären züchten wird? „Das entscheiden wir, wenn der Tod von Fritz geklärt ist“, sagt Knieriem. Aber eine Sache lehnt der Tierpark-Chef bereits strikt ab: „Fritz wird nicht ausgestopft!“ Er reagiert damit auf eine Anfrage des Naturkundemuseums.
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