Tierpark Berlin

Senat verweigert Geld für Umbaupläne

Sieben Millionen Euro jährlich braucht Tierpark-Chef Andreas Knieriem für den geplanten Umbau. Doch im Haushaltsentwurf des Senats ist eine deutliche niedrigere Summe angesetzt.

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min
Andreas Knieriem plant auch ein Haus für Amazonas-Tiere.

Andreas Knieriem plant auch ein Haus für Amazonas-Tiere.

© Tierpark Berlin Lizenz

Himalaya-Gebirgswelt mit Seilbahn, große Tierlandschaften, Amazonashaus. Bis 2030 soll ein völlig neuer Tierpark entstehen, um mehr Besucher (2014: 1,2 Millionen) anzulocken, damit das Areal in Friedrichsfelde endlich aus den Miesen kommt, sich künftig wie der Zoo ohne Landeszuschüsse finanzieren kann.

Laut Knieriem soll der Umbau in drei Phasen stattfinden. Die erste soll 2016 beginnen, 2022 enden. Pro Jahr hat Knieriem für die Umsetzung der Bauten (wie eine Afrika-Welt mit Achterbahn-Safari) im Schnitt sieben Millionen Euro einkalkuliert. Er hofft, dass ihn der Senat dabei tatkräftig unterstützt.

Das Gegenteil ist der Fall. Denn im Haushaltsentwurf (liegt dem KURIER exklusiv vor) stehen unter „Zuschüsse an private Unternehmen für Investitionen“ für 2016 null Euro und nur 1,5 Millionen Euro für 2017. Darunter der Vermerk: „Zuschuss an die Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH zur Umsetzung von Projekten aus den Ziel- und Entwicklungsplanung“ – also der Umbau.

„Mit 1,5 Millionen Euro kann Knieriem kaum was machen“, sagte Grüne-Haushaltsexperte Jochen Esser dem KURIER. „Es ergibt sich der Verdacht, dass der Senat den 92-Millionen-Euro-Plan nicht umsetzen will.“ Das wäre fatal. „Dann kann der Tierpark gleich dichtmachen“, sagt Tierpark-Expertin Claudia Hämmerling (Grüne). „Der Senat ist in der Pflicht, mehr zu investieren.“

Kritik kommt auch aus der Koalition. „Dass der Senat den Tierpark zur Chefsache machen will, ist im Etat nicht erkennbar“, so der CDU-Abgeordnete Danny Freymark. „Der Tierpark braucht mehr Knete. Dafür wollen wir in der parlamentarischen Haushaltsdebatte sorgen.“

Zwar bekam der Tierpark dieses Jahr fünf Millionen Euro, mit denen z.B. das Alfred-Brehm-Haus zur Dschungelwelt umgebaut wird. Auch spendiert der Senat im Haushaltsentwurf wenigstens drei Millionen Euro für die Sanierung des maroden Verwaltungsgebäudes. Dazu gibt es auch mehr Landeszuschüsse (bisher 5,5 Millionen Euro/Jahr) – 6,6 Millionen Euro für 2016, 6,7 Millionen Euro für 2017.

Doch damit kann Tierpark-Chef Andreas Knieriem noch nicht einmal die Personalkosten (etwa sieben Millionen Euro) für seine 197 Mitarbeiter stemmen.

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