Tierischer Zoff vor Gericht

Züchterin klagt: Bezirksamt will meinen Kater Willi kastrieren!

So einen tierischen Streit gab es wohl noch nie. Vor dem Berliner Verwaltungsgericht klagt jetzt eine Züchterin gegen das Bezirksamt Spandau. Die Behörde will ihren Kater Willi kastrieren.

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min
Canadian-Sphynx-Katzen haben fast kein Fell, sind also auch für Halter mit Katzenallergie geeignet.

Canadian-Sphynx-Katzen haben fast kein Fell, sind also auch für Halter mit Katzenallergie geeignet.

© dpa (Symbolbild) Lizenz

Diese Katzen werden gezüchtet, weil sie angeblich damit für Tierhalter mit Katzenallergie geeignet sind. Auch wenn Willi wie ein tierischer Alien aussieht – der Liebling von Jacqueline L. wurde sogar auf der Rassenkatzenausstellung 2013 in Berlin als Champion prämiert. Mittlerweile ist der Kater auch stolzer Papa von drei Nacktkatzenkindern. Doch nun soll Willi nicht mehr für Nachwuchs sorgen.

Das Spandauer Veterinäramt will Frau L. die Zucht der Nacktkatzen untersagen. Die Behörde forderte sie daher auf, den preisgekrönten Kater kastrieren zu lassen. „Es wurde beanstandet, dass diese Nacktkatzen kaum Tasthaare haben, mit denen sich normalerweise Katzen im Falle der Blindheit orientieren können“, sagt Margaret Ronneberger, Chefin des Katzenzüchtervereins „Felidae“.

Den drohenden Einschnitt in Willis Männlichkeit will nun Jacqueline L. vor Gericht verhindern. Sie kann nicht verstehen, warum man ihr die Zucht der Nachtkatzen verbieten will. „Das Gericht muss nun feststellen, ob es sich bei der Züchtung der Canadian-Sphinx-Katzen um eine nach dem Tierschutzgesetz verbotene ,Qualzucht’ handelt und ob die Nacktkatzen durch die fehlenden Tasthaare so beeinträchtigt sind, dass dadurch Schmerzen, Schäden oder Leiden auftreten, sagt Gerichtssprecher Stephan Groscurth.

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