Im Mai 2014 entzog ihm die Tierärztekammer seine Zulassung: Doch Christoph C. (49) machte weiter, einige Tiere sollen sogar durch seine Methoden verstorben sein. Nach einer Flut von Anzeigen kam er Ende März in U-Haft. Doch die Staatsanwaltschaft konnte ihm bisher nichts nachweisen.
Hinter diesem Garagentor behandelt der Betrüger Tiere, von denen auch schon welche zu Tode kamen.
© Eric Richard
Nur sechs Wochen später geriet die 28-jährige Rettungsassistentin mit ihrer Hündin an den Betrüger. Emmy hatte sich an Himmelfahrt in Schönwalde-Glien übergeben und taumelte. Anne Ö. googelte „Nottierarzt Berlin“ und landete bei dem Scharlatan. „200 Euro sollte ich abheben und ihn zurückrufen“, sagt sie.
Als sie mit Emmy und ihrer sechs Monate alten Tochter dort eintraf, bot sich ihr ein merkwürdiges Schauspiel. Kein Name an der Tür, der Rückruf lockte C. hinaus. Die Rettungsassistentin schockiert: „Der stand in einem grünen Chirurgen-Kostüm vor mir. Trotzdem ahnte ich nicht, worauf ich mich einlasse.“ Christoph C. bat sie in die dunkle Garage. Das Tor schloss sich. Keine Fenster.
„Ich dachte, das wäre nur ein Durchgang zur Praxis. Aber nein, es war die Praxis“, so die 28-Jährige. „Sessel, Stühle, Sofa und ein Schild mit ,Merkel raus’. Der Behandlungstisch war eine Metallplatte mit Böcken darunter.“
Anne Ö. (28) hält Emmy im Arm. Die Hündin hatte Glück, kam mit dem Leben davon.
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Alles Strategie? Anne Ö. glaubt, dass es so schwer sein könnte, ihm nachzuweisen, dass er dort behandelt. „Er könnte behaupten, dass es sein Zweitwohnsitz ist oder so“, meint sie. Und Emmy? Nach neugierigen Fragen und einem Flirt diagnostizierte C. eine Mandelentzündung und Angina Pectoris – eine Herzkrankheit. Wie bei vielen Patienten spritze er Emmy sein „Wundermittel“ (ein homöopathisches Mittel) und gab Anne Ö. eine Ampulle für die Nachbehandlung mit.
Zum krönenden Abschluss gab der Mutter unfassbare Ernährungstipps für ihr Baby. „Er sagte, ich müsse sie wie Tiere füttern. Mit Rohfleisch und Leber-Gallen-Tee. Ich wollte mich nur noch in Sicherheit bringen, traute mich aber nicht zu gehen.“ Nach der Horror-Behandlung fuhr sie sofort in eine Tierklinik. Emmys Diagnose dort: Magen- und Darminfarkt. Die Hundebesitzerin erstattete Anzeige. Die Polizei ermittelt.
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