"Theodor Tucher", Pariser Platz "China Club" (Adlon), Pariser Platz Die Strippenzieher der Hauptstadt Deutschlands geheime Machtzentralen Hier mauscheln Politiker und Lobbyisten neue Gesetze aus

"Café Einstein", Unter den Linden

CW
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Berlin - Die Orte heißen Café Einstein, Restaurant Tucher oder China Club. Sie liegen zwischen Reichstag und Friedrichstraße, zwischen Bundeskanzleramt und Potsdamer Platz. Hier trifft sich die wahre Macht: die der Lobbyisten. Das Beispiel der Apotheker (siehe unten) zeigt, wie groß der Einfluss der Verbände, Konzerne und Agenturen ist. DerKURIER erklärt die Welt der Polit-Einflüsterer.Die Orte des Geschehens: In Hauptstadt-Kreisen wurde der Boulevard "Unter den Linden" längst in "Unter den Lobbyisten" umgetauft. E.ON, Deutsche Bank, British American Tobacco - Dutzende Firmen haben hier ihre Hauptstadt-Repräsentanz. Von hier aus ist es nicht weit in die Abgeordneten-Büros, die Ministerien, den Bundestag oder den exklusiven Politiker-Club Deutsche Parlamentarische Gesellschaft. Um die Ecke finden sich noble Restaurants wie das "Margaux" oder das "Il Punto", wohin sich viele Politiker gern einladen lassen.Der dunkle Apparat: 5000 Lobbyisten, so schätzt der Verein "LobbyControl", gibt es in Berlin. Ihr Job: Kontakt zu Abgeordneten, Ministerialbeamten und Journalisten. Ihre Arbeit ist stets diskret, ihre Titel oft sehr nüchtern: "Bevollmächtigte" oder "Strategieberater" etwa. "Besonders wichtig sind die Haushaltspolitiker", sagt ein Waffenlobbyist. "Die können auf dem kurzen Weg ein Komma verschieben lassen und so richtig was rausholen."Seilschaften: Es zählt das Netzwerk. Deswegen buhlen Konzerne und Verbände oft um Politiker. Ex-Wirtschaftsstaatssekretär Ditmar Staffelt (SPD) ist heute Chef-Lobbyist des Luftfahrtkonzerns EADS, Ex-Verkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) Präsident des Verbandes der Automobilindustrie und die Merkel-Vertraute Hildegard Müller (CDU) führt den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.Besonders aktiv ist Joschka Fischer (Grüne): Der Ex-Außenminister arbeitet parallel für BMW, Siemens und RWE. Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) wirbt weiter für die Interessen des Mega-Konzerns Gazprom. Und erst vor wenigen Tagen wurde der russische Botschafter Wladimir Kotenev Chef von Gazprom Germania.Die Verquickung. Immer wieder sorgt für Erstaunen, wie eng Politik und Lobbyisten verknüpft sind .Völlig üblich ist es etwa, dass Konzerne oder Verbände Mitarbeiter für ein Ministerium abstellen, um dort an Gesetzestexten mitzuschreiben. Regelmäßig rattern über die Faxgeräte der Abgeordneten-Büros Papiere mit vorformulierten Gesetzespassagen. Legal, aber anrüchig.------------------------------Zwischenzeile: DER WEG VOM POLITIKER ZUM "STRATEGIEBERATER"Zwischenzeile: KONZERNE SCHREIBEN AN GESETZESTEXTEN MIT

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