Theo Albrecht revolutionierte den Einzelhandel, wurde so steinreich

Deutschlands geheimster Milliardär starb als Pflegefall

Matthias Fritzsche JD
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Essen - Er war einer der reichsten Männer der Welt, doch fast niemand kannte ihn. Aldi-Gründer Theo Albrecht († 88) war eine Legende und ein Phantom. Er scheute die Öffentlichkeit, lebte seit Jahrzehnten völlig zurückgezogen. Am Samstag starb er im Kreise seiner Familie in seiner Heimatstadt Essen. Wer war der geheimnisvolle Milliardär?Seine Geschichte klingt wie ein Märchen: Der Sohn eines Bergmanns wächst in bescheidenen Verhältnissen auf, übernimmt 1948 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Karl (90) den kleinen Lebensmittelladen der Mutter im Arbeiterviertel Schonnebeck. Die beiden expandieren schnell, aus dem einen Geschäft wird rasch eine Kette. 1962 dann die revolutionäre Idee: Die Brüder gründen in Dortmund den ersten ALDI-Markt (ALbrecht-DIscount), bieten Lebensmittel zu konkurrenzlos niedrigen Preisen. Ein Konzept, das voll einschlägt.Bald herrschen die Brüder über ein riesiges Imperium - Theo im Norden, Karl im Süden. Beide werden steinreich.Dann der Schock: Im November 1971 wird Theo Albrecht entführt, kommt erst nach 17 Tagen Geiselhaft für 7 Millionen Mark Lösegeld wieder frei.In der aktuellen "Forbes"-Liste der reichsten Deutschen liegt Theo Albrecht mit einem geschätzten Vermögen von 12,8 Milliarden Euro auf Platz drei (an der Spitze ist sein Bruder Karl mit 18 Mrd). Der Katholik bleibt zeitlebens bescheiden, Mitarbeiter schätzen seine respektvollen Umgangsformen, Skandale gibt es keine bei Aldi.Doch die Erfolgsstory geht nicht ewig weiter. Aldi beginnt, Marktanteile an Konkurrenten zu verlieren. Theo Albrecht wird schwer krank. Nach einem Sturz liegt er wochenlang im Krankenhaus, wird zum Pflegefall. Das operative Geschäft hat er schon lange an einen Vertrauten abgegeben. Seine Söhne Theo junior (59) und Berthold Albrecht (55), die ihm sechs Enkel geschenkt haben, haben in der Konzernspitze bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt, heißt es.Was wird jetzt aus Theo Albrechts Reich? Aldi Nord teilte mit: Um die Zukunft des Unternehmens dauerhaft zu sichern, sei das Firmenvermögen in Stiftungen angelegt, die nicht aufgelöst werden können.------------------------------Das Albrecht-ImperiumDas Aldi-Geschäftsmodell - gute Qualität, niedrigste Preise, geringe Auswahl, schlichte Präsentation - revolutionierte den Einzelhandel in Deutschland und machte die Albrechts steinreich.Die Brüder teilten den Markt unter sich auf: Theo übernahm den Norden Deutschlands, Karl den Süden. Der Aldi-Äquator verläuft quer durch NRW und Hessen, von Mülheim/ Ruhr bis Fulda.Heute hat Aldi Nord in Deutschland etwa 2500 Filialen, Aldi Süd 1780. Weltweit sind es inzwischen knapp 9000 Läden mit mehr als 170 000 Mitarbeitern in 17 Ländern, darunter auch Filialen in Australien und den USA. Der Aldi-Nordkonzern bringt es auf einen Weltumsatz von gut 25 Milliarden Euro im Jahr, der Südkonzern auf 28 Mrd.------------------------------Zwischenzeile: VERMÖGEN BOMBENSICHER IN STIFTUNGEN FESTGELEGT

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