Kudamm-Bühnen

Die Thalbachs machen das Licht aus

Katharina, Anna und Nellie in der letzten Produktion vor dem Abriss.

Karim Mahmoud
Lesezeit 2 Min
Drei Generationen Berliner Theatergeschichte, die Thalbachs: Katharina, Anna (li.) und Nellie (re.).

Drei Generationen Berliner Theatergeschichte, die Thalbachs: Katharina, Anna (li.) und Nellie (re.).

© Michael Petersohn/ Komödie am Kurfürstendamm

Der schwer erfolgreiche Familien-Clan ist mit dem knuffigen Schwank „Der Raub der Sabinerinnen“ zurück in der Komödie. Und am Sonntag – da spielt ihn das Trio zum letzten Mal im Haus. Danach wird die Bühne geräumt und für den Abrissbagger klar gemacht.

Martin Gollwitz (Markus Völlenklee) und Theaterdirektor Striese (Katharina Thalbach, rechts).

Martin Gollwitz (Markus Völlenklee) und Theaterdirektor Striese (Katharina Thalbach, rechts).

© Joachim Hiltmann/ Komödie Winterhuder Fährhaus

Der Komödienklassiker von Franz und Paul von Schönthan (Bearbeitung Curt Goetz) über die verballhornte Aufführung der Römertragödie eines Gymnasialprofessors (einer Jugendsünde) hatte bereits im Mai 2011 Berlin-Premiere – und wie. Der KURIER schrieb damals: „Dieser Abend in der Komödie am Kurfürstendamm ist eine Sternstunde.“

Vor allem Katharina Thalbach, die sowohl Regie führte als auch in einer Hosenrolle zu sehen ist – als schrulliger Theaterdirektor Striese („Ich hoffe, den mache ich bis an mein Lebensende“) – ist nicht zu bremsen.  Und trotzdem: Wenn Sonntagabend der letzte Vorhang in der Komödie fällt, ist nach fast 100 Jahren Schluss am Kudamm.

Theaterdirektor zeigt sich bedrückt

Die traditionsreichen Bühnen Komödie und Theater am Kurfürstendamm müssen einem Shopping-Center weichen, ziehen erst mal ins Schiller-Theater um. „Unsere Familie ist seit drei Generationen mit dem Gebäude verbunden. Wir sind sehr traurig, dass wir Abschied nehmen müssen“, zeigt sich Theaterdirektor Martin Woelffer (54) immer noch bedrückt. 

Er führt den Betrieb seit 15 Jahren. „Andererseits sind wir froh, dass der Kampf endlich vorbei ist. Wir freuen uns auf die neuen Herausforderungen.“ Darum soll am Sonnabend bei einem großen Abschiedsfest noch mal mit vielen Künstlern, Wegbegleitern und Freunden gefeiert werden.  (KM, NW)

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com