Die Bundesanwaltschaft hat zwei Terrorverdächtige verhaftet. Nach Informationen der Berliner Zeitung durchsuchten Polizisten am Dienstagmorgen ein Flüchtlingsheim in der Köpenicker Alfred-Randt-Straße. Dort war der 23-jährige Moussa H.A., der aus der syrischen Stadt Rakka stammt, seit rund anderhalb Jahren untergebracht.
Nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft soll er in Syrien der Terrorgruppe „Jabhat al-Nusra“ angehört und sich an Kämpfen gegen die Truppen des Machthabers Assad beteiligt haben.
Nähere Angaben wollte ein Sprecher der Generalbundesanwaltschaft unter Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren und den Persönlichkeitssschutz nicht machen.
Ein guter Sänger
Bei der Festnahme am Morgen war nach Angaben von Anwohnern ein riesiges Polizeiaufgebot vor Ort.
Der Beschuldigte sei ein absolut freundlicher Mensch gewesen, sagt Heimleiter Peter Hermanns. "Er ist regelmäßig zum Deutschkurs gegangen, hat sich im Heim engagiert und war dort sehr präsent, im Gegensatz zu anderen Bewohnern, die sich meist außerhalb aufhalten. Und er war ein guter Sänger, der bei uns bei mehreren Musikevents mitgemacht hat." Hinweise auf islamistisches Gedankengut habe es bei ihm bicht gegeben. "Wenn es solche Hinweise gibt, kriegen wir das in aller Regel über die Bewohner mit und leiten dies weiter."
Die Kehle durchgeschnitten
Ein mutmaßlicher Komplize des Mannes wurde am Morgen auch in Sachsen-Anhalt verhaftet. Laut Generalbundesanwaltschaft hatte der 30-jährige Abdulmalk A. im Frühjahr 2013 einen gefangenen Scharfschützen des syrischen Regimes gezwungen, sein eigenes Grab auszuheben und ihm dann die Kehle durchgeschnitten. Damals war er noch Anführer einer Kampfeinheit der Terrorvereinigung „Jabhat al-Nusra“, die sich an der Eroberung der Gasquellen in der syrischen Stadt Tabka beteiligte.
Ab Mitte 2013 soll sich Abdulmalk A. in seiner Heimatstadt Deir Ezzor der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ angeschlossen und für sie gekämpft haben. Von der Vereinigung bekam er die Aufgabe des Verwalters des Euphrat-Staudamms übertragen.
Die beiden Beschuldigten werden derzeit mit Hubschraubern nach Karlsruhe gebracht. Dort sollen sie am Mittag einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs zur Eröffnung der Haftbefehle vorgeführt. Moussa H.A. wird dann zurück nach Berlin in die Untersuchungshaftanstalt Moabit gebracht..
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