Terrorgefahr

So werden Berliner Konzerte vor Terroristen geschützt

Grundsätzlich bleibt Berliner Veranstaltern wenig Spielraum.

Alexander Schmalz Mike Wilms
Lesezeit 2 Min
Dichte Polizeipräsenz am Tor. Eine Polizistin checkt die Tasche einer Frau.

Dichte Polizeipräsenz am Tor. Eine Polizistin checkt die Tasche einer Frau.

© dpa

„Seit vorigem Sommer haben wir an jedem Eingang Metalldetektoren“, sagt  Moritz Hillebrand, Sprecher des Betreibers der Mercedes-Benz Arena. Der derzeitige Informationsstand zum Attentat in England reiche noch nicht aus, um jetzt schon konkrete Anpassungen im Sicherheitskonzept zu erwägen. „Die Lage wird vor jedem Event neu bewertet“,  so Hillebrand.

Jede Tasche penibel gefilzt

Grundsätzlich bleibt Berliner Hallenbetreibern und Konzertveranstaltern aber nur noch wenig Spielraum. Schon nach dem Terroranschlag 2001 in New York und nach dem Loveparade-Unglück von 2010 hat die Branche ihre Security-Konzepte professionalisiert. „Das Personal wurde aufgestockt, dazu kamen schärfere Kontrollen und Bodychecks“, so Dieter Semmelmann, Chef von Semmel Concerts Entertainment.

In der Max-Schmeling-Halle und im Velodrom wird jede Tasche penibel von der Security gefilzt. „Daher bitten wir unsere Besucher, nur Taschen bis zu einer Größe im DIN A4-Format mitzubringen“, sagt Sebastian Rüß, Chef von Velomax Berlin.

„Ziel ist es, Störer im Vorfeld auszusortieren“

Ein gutes Sicherheitskonzept erfordert enge Abstimmung mit der Polizei. „Ziel ist es, Störer im Vorfeld auszusortieren“, so Michael Gottschling, Event-Chef der Zitadelle Spandau. Polizisten stehen zur Abschreckung vor dem Areal. Zivilfahnder, die wie Fans gekleidet sind, nehmen zusätzlich verdächtige Personen ins Visier.

Auch auf dem Open-Air-Gelände selbst kann die Polizei zugreifen: „Das Areal wird bei Bedarf von einem Zivilbeamten mit Fernrohr beobachtet, der Kollegen per Funk auf Störer hinweist.“ Ähnlich läuft es an anderen großen Event-Orten. Nur die Polizei kann noch aufstocken: Nach KURIER-Infos gab es bei den jüdischen Maccabi Games 2015 einen Scharfschützen am Olympiastadion.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema