Für die Pressekonferenz des Volksbegehrens gegen Wowi, luden Felix Herzog (29) und Martin Wittau (50) an den Ort des Triumphs ein – zum Tempelhofer Feld. Herzog war Initiator des damaligen Volksbegehrens in der Causa Randbebauung, jetzt will der junge Mann (Typ Politikstudent) mit Martin Wittau (Typ Bankkaufmann) die Berliner für Neuwahlen mobilisieren.
Was die beiden Männer eint, ist die tiefe Unzufriedenheit mit Wowereits Politikstil. Ihr Urteil: selbstgefällig, realitätsfern und beratungsresistent! Das BER-Dauerdebakel, sein Umgang mit der Steuer-Affäre Schmitz und der Zustand von Schulen und Infrastruktur lieferten die Gründe.
Seit März sammeln sie Unterschriften für einen Volksentscheid für Neuwahlen. Bis September müssen sie 50 000 Unterschriften haben, damit das zähe Verfahren überhaupt in die nächste Runde geht. 4012 Stimmen haben sie schon. Doch die selbst ernannten „Lobbyisten der Bürger“ sind ehrgeizig. „Bis zum 13. Juni, also bevor das Abgeordnetenhaus in die Sommerpause verschwindet, wollen wir die 50 000 zusammen haben“, sagt Herzog.
Das sei auch realistisch. Mindestens 4000 Listen kursieren derzeit in der Stadt. Besonders pikant dabei: Ein bis zwei Listen würden täglich aus der Berliner Verwaltung von der Internetseite www.neuwahlen-berlin.de heruntergeladen.
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