Eine eingehende Prüfung der Pläne stellte gestern Vize-Senatssprecher Bernhard Schodrowski dem KURIER in Aussicht. „Tempelhof gehört in die Reihe vieler Immobilien und Bürogebäude, die geprüft werden, ob sie geeignet sind“, sagte auch eine Sprecherin der Sozialverwaltung. Vorgestern habe es eine Ortsbegehung mit Verantwortlichen des Senats gegeben.
Ist das Terminal überhaupt in der Lage, die für 2015 erwarteten 40 000 Flüchtlinge abzufertigen? Der denkmalgeschützte Flughafenkomplex gehört mit einer Gesamtfläche von 300 000 Quadratmetern immer noch zu den größten Bauwerken der Welt. Seit 2009 wird er als Event-Standort genutzt.
Für die Erstaufnahme der Asylbewerber wäre die Haupthalle geeignet, auch um das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in der Turmstraße zu entlasten. Sie bietet auf 4500 Quadratmetern Platz für bis zu 2000 Personen. Ein Problem könnten aber die Fluchtwege werden. Ein weiteres stellt der Einnahmeausfall der Tempelhof Projekt GmbH dar. Die Halle und Hangars sind langfristig vermietet. Dem Betreiber könnten laut Medienberichten fünf Millionen Euro im Jahr durch die Lappen gehen.
Von den 40 000 Flüchtlingen kommen die meisten aus dem Balkan, überwiegend aus den Ländern des früheren Jugoslawiens. Bei der Debatte um den Umgang mit diesen Asylbewerbern macht die Berliner CDU Druck auf den Koalitionspartner SPD. Innensenator Frank Henkel fordert, „dass wir auch Kosovo, Montenegro und Albanien zu sicheren Herkunftsstaaten erklären sollten“. MF
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