Große Tarantino-Premiere

Leonardo DiCaprio tanzt in Berlin an

Mit im Gepäck: seine Co-Stars Margot Robbie und Brad Pitt.

Karim Mahmoud
Lesezeit 4 Min
Finden es super in Berlin: Brad Pitt, Quentin Tarantino, Margot Robbie und Leonardo DiCaprio (v.l.n.r.). 

Finden es super in Berlin: Brad Pitt, Quentin Tarantino, Margot Robbie und Leonardo DiCaprio (v.l.n.r.). 

© AFP

Mittags eine kurze Pressekonferenz, abends die große Deutschlandpremiere. Ein bisschen zerknautscht wirkten sie schon im schummrigen Bunkerkeller des Soho House an der Torstraße in Mitte: Margot Robbie (29), Leonardo DiCaprio (44) und Brad Pitt (55) waren die Strapazen der Werbetour zu ihrem neuen Kinofilm „Once upon a time in ... Hollywood“ (startet am 15. August) doch anzumerken.

Sie redeten konzentriert, sprudelten aber auch nicht über wie sonst. Einzig Regisseur Quentin Tarantino (56) war gespannt wie ein Flitzebogen, voller Energie und Testosteron. Er quasselte in einem Tempo und mit einer brodelnden Eloquenz – als dürfe er zum ersten Mal öffentlich über sein neues Werk reden. Dabei hatten er und seine Hauptdarsteller gerade erst den Tumult der Großbritannien-Premiere hinter sich.

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Treffen um 1 Uhr morgens im Soho House in Berlin

In der Nacht zu Donnerstag war das Quartett mit zwei Dutzend Begleitern aus einem stürmischen Himmel heraus in Berlin eingesegelt und gegen 1 Uhr im Soho House eingetroffen. Jetzt saßen die Weltstars auf einem Podium und beantworteten Fragen von Moderator Steven Gätjen und den Hauptstadtjournalisten, bevor es zum Potsdamer Platz ins Premierenkino ging.

Sony Center Berlin: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Schauspieler Ulrich Matthes (r.) kommen zur Premiere des Films "Once upon a time in ... Hollywood".

Sony Center Berlin: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Schauspieler Ulrich Matthes (r.) kommen zur Premiere des Films "Once upon a time in ... Hollywood".

© dpa

Tarantinos Film – er ist eine durchgeknallte, irrwitzige und vor allem musikalisch grell untermalte Hommage auf das Hollywood der späten 60er-Jahre. Die drei typischen Zutaten bisheriger  Tarantino-Werke (coole abseitige Dialoge, Querverweise und rohe Gewalt) kommen natürlich auch hier zum Tragen. Das mit der Ästhetik von Trashfilmen gedrehte und rasend schnell geschnittene Traumfabrik-Movie erzählt vom schleichenden Niedergang eines einstmals beliebten Genres: des Western. Während er aus den Kinos verschwindet, übernehmen Hippies die Boulevards und der Mörder Charles Manson die Schlagzeilen der Presse.

DiCaprio spielt schön zwielichtig einen abgefuckten, alt gewordenen Cowboydarsteller. Weil der seinen Job verliert, eitel ist und Spaghettiwestern nicht mag, muss er jetzt nehmen, was Hollywood ihm bietet. Jede Menge Trash ist dabei. Sein Stuntdouble und Fahrer Cliff (Pitt, war im echten Leben auch mal Chauffeur von Stripperinnen) hilft ihm, wieder auf die Beine zu kommen, wieder ein bisschen Ruhm abzusahnen. Und was beide dabei erleben, ist dann aber auch wirklich sehenswert.

Margot Robbie, die Schauspielerin Sharon Tate verkörpert

Stuntdouble, so was könnten DiCaprio und Pitt natürlich auch im echten Leben gebrauchen. Vor allem als Waffe gegen Paparazzi. „Aber das funktioniert ja eh nicht“, sagte Leo in Berlin.

Margot Robbie, die Schauspielerin Sharon Tate verkörpert (wurde 1969 von der Manson Family ermordet), trägt im Film die echten Juwelen von Tate, sie sagte: „Der Schmuck war wie ein Talisman für mich, ich fühlte mich ihr dadurch eng verbunden.“

Und Tarantino? Macht er nun nach dem nächsten Film wirklich Schluss als Regisseur? „Mal gucken. Ich habe noch nicht entschieden, was der zehnte Film sein wird. Vielleicht wird es ein ,Star Trek’ werden oder der dritte Teil von ,Kill Bill’. Oder nichts von beidem.“ Ganz Tarantino eben. Der Mann spannt uns wie immer auf die Folter.

Berlin: Yvonne Catterfeld und ihr Freund Oliver Wnuk bei der Premiere des Films "Once upon a time in ... Hollywood" im Cinestar am Potsdamer Platz.

Berlin: Yvonne Catterfeld und ihr Freund Oliver Wnuk bei der Premiere des Films "Once upon a time in ... Hollywood" im Cinestar am Potsdamer Platz.

© dpa

„Once upon a time in ... Hollywood", das sollte hier noch gesagt sein, war ursprünglich als Roman konzipiert worden. Tarantino änderte seine Pläne aber, nachdem er auch nach Jahren noch kein Ende gefunden hatte. Das Ende des Films wiederum frappiert und macht aus der 2 Stunden und 40 Minuten dauernden Hollywood-Groteske dann doch noch ein echtes Schauermärchen. Lassen Sie sich überraschen!

Viel Prominenz auf dem Galateppich im Sony Center

Zum Galateppich im Sony Center kamen neben dem Cast auch DiCaprios Vater George und Stiefmama Peggy, außerdem deutsche Prominenz. Unter den Gästen von Sony-Managing Director Martin Bachmann waren Yvonne Catterfeld und Oliver Wnuk, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Cathy Hummels, Filmakademie-Präsident Ulrich Matthes, Tina Ruland und Bettina Zimmermann. Sie spendeten viel Applaus.

Quentin Tarantino ließ es sich übrigens nicht nehmen, sich die ersten 15 Minuten seines eigenen Streifens im Cinestar-Saal 8 selbst anzuschauen. Er fläzte sich neben Leos Vater George in einen flauschigen Sessel und freute sich wie einer, der zum allerersten Mal ein Kino besucht.     

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