Die Kneipe „Syndikat“ in der Neuköllner Weisestraße sollte ab dem 1.1.2019 geschlossen sein, wenn es nach dem neuen Eigentümer geht. Doch Wirt Christian (41) sagt: „Wir können hier gar nicht weg, unsere Gäste kämpfen für uns, wir sind ein Leuchtturm im Kiez gegen die Verdrängung. Wir sind nicht nur Kneipe seit 33 Jahren, sondern auch Treffpunkt.“
Etwa 150 Demonstranten ziehen durch die Neuköllner Weisestraße. Sie kämpfen für ihre Kneipe.
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Der gleiche Eigentümer wollte vor Kurzem auch die Bar „La Bettolab“ in der benachbarten Okerstraße per Räumungsklage rausschmeißen. Und scheiterte. Beide Male handelt sich um die „Firman Properties S.à.r.l“ aus Luxemburg. Der Eigentümer lässt sich von mehreren Anwälten vertreten und ist kaum ans Telefon zu kriegen. Mit der aktuellen Gegenwehr hat er wohl nicht gerechnet: Donnerstagabend haben etwa 150 Menschen vor dem „Syndikat“ demonstriert – Gäste und Nachbarn. Andere Kneipen haben sich solidarisiert. Die Demonstranten zogen auch vor die Firmenzentrale der „Pears Global Real Estate“ am Kudamm. Angeblich soll das der Kopf vieler Firmen sein, die in Berlin Häuser erwerben.
Die Zwangsräumung droht: das„Syndikat“ in Neukölln und die „Meuterei“ in Kreuzberg.
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Am 29. Oktober verhandelt das Landgericht nun die Räumungsklage gegen das „Syndikat“. Der Anwalt sieht Chancen, dass sie abgewiesen wird.
Auch die Kneipe „Meuterei“ in der Reichenberger Straße 58 bekam die Kündigung auf den Tisch. Die Bar verweigert seitdem die Schlüsselübergabe. Die Zwangsräumung droht. Hauseigentümer Zelos Properties hat seinen Sitz im brandenburgischen Zossen. Die Kleinstadt gilt wiederum als das Luxemburg Brandenburgs. 500 Immobilienfirmen haben dort ihren Sitz. Der Grund: In Zossen ist der Gewerbesteuersatz nur halb so hoch wie in Berlin.
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