Comeback in Radebeul

Ein Haarriss stoppte den SVT Görlitz – im August soll der DDR-Zug wieder rollen

Ein Riss im Metall bremste den berühmtesten Schnellzug der DDR aus. In Radebeul läuft die Reparatur. Was danach kommt, hat mit Prag zu tun. Und mit Wien.

Foto von Autor/Autorin: Sebastian Krause
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Nach dem Motorschaden soll der DDR-Schnellzug SVT Görlitz Mitte August wieder rollen.

Nach dem Motorschaden soll der DDR-Schnellzug SVT Görlitz Mitte August wieder rollen.

© IMAGO/haertelpress

Der SVT Görlitz soll Mitte August wieder fahrbereit sein. Das teilte Mario Lieb von der SVT Görlitz gGmbH mit. Danach soll der Triebzug erst in Werkstattfahrten eingefahren werden, bevor das Sonderfahrten-Programm weitergeht.

20.000 Euro für einen Riss, den kaum jemand sieht

Der Schaden war im Juni aufgefallen – nach nur wenigen Fahrten mit Publikum. Ein feiner Riss in einer Motor-Vorkammer hatte zu einem Ermüdungsbruch geführt. Seitdem steht das Fahrzeug in Radebeul bei Dresden in der Werkstatt.

Keimzeit spielt in Cottbus, der Zug steht in der Halle

Die Instandsetzung kostet nach Angaben von Lieb rund 20.000 bis 25.000 Euro – viel Geld für ein ehrenamtlich geführtes Vereinsprojekt. „Der Vindobona ist eben doch eine alte Dame“, sagte der Geschäftsführer unlängst.

Wenn der SVT Görlitz wieder richtig in Betrieb ist, soll er für Sonderfahrten genutzt werden.

Wenn der SVT Görlitz wieder richtig in Betrieb ist, soll er für Sonderfahrten genutzt werden.

© Rene Plaul

Der Motorschaden hat bereits einen Termin gekippt, auf den sich Hunderte gefreut hatten. Am 28. Juni sollte der Zug Fans der Band Keimzeit von Dresden zu einem Konzert nach Cottbus bringen. Die Fahrt war ausverkauft, sie fand aber nicht statt.

Restaurierung des DDR-Zugs kostet rund 7 Millionen Euro

Dabei hatte der Sommer gut angefangen. Mitte Juni feierten Eisenbahnfreunde in Radebeul die Rückkehr des Zuges. Die Restaurierung hatte mehr als fünf Jahre gedauert und kostete etwa sieben Millionen Euro. Hinter dem Projekt stehen Bahnfreunde, die sich 2019 in einer gemeinnützigen Gesellschaft zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel: Der Zug soll wieder in Betrieb gehen.

Das einstige Prestigefahrzeug der Deutschen Reichsbahn im internationalen Verkehr stammt aus dem Jahr 1968 und war über mehr als fünf Jahre hinweg aufwendig aufbereitet worden.

Regelmäßige Sonderfahrten geplant

Der SVT soll regelmäßig bei Sonderfahrten zu erleben sein, etwa nach Prag und Karlsbad oder nach Hamburg und Sylt.

In den 1960er Jahren wurden insgesamt acht Züge dieses Typs gebaut. Der Schnelltriebwagen war für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde zugelassen. Der Zug verband einst unter anderem Berlin mit Prag und Wien.

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